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Kooperationspartner des BKK LV Bayern

Fußgesundheit bei Kindern

Kinderfüße auf dem Prüfstand

Im April 2016 startet der BKK Landesverband Bayern und einzelne Betriebskrankenkassen über einen Zeitraum von 3 Monaten eine große Präventionsinitiative an bayerischen Kitas. Im Mittelpunkt des Projekts stehen Aktionstage in 25 Kindergärten und Elterninformationsabende zum Thema Fußgesundheit. Dabei werden rund 2.000 Kinder von Orthopäden untersucht und sportmedizinisch unterrichtet.

Hintergrundinformationen

Ein Großteil dauerhafter Schädigungen, veränderte Zehenstellung, Gelenkentzündungen, verkürzte Muskulatur sowie Probleme des Haltungsapparates resultieren aus der Entwicklungszeit im Kindesalter. Ursachen hierfür sind vor allem zu wenig abwechslungsreiche Bewegung, Übergewicht sowie unpassendes Schuhwerk.

Tipps zur Fußgesundheit

Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinderfüße vor allem Bewegungsfreiheit, Bodenkontakt und viele Reize. Denn Muskeln, die nicht beansprucht werden, verkümmern. Gut ist regelmäßiges Barfußlaufen auf weichem, unebenem Grund. Im Kleinkindalter gilt: Wer laufen lernt, braucht keine Schuhe. X-Beine, nach innen geknickte Füße, Stolpern über den großen Zeh - das alles ist je nach Entwicklungsphase normal. Im Zweifelsfall sollte man mit seinem Kind einen Kinderorthopäden aufsuchen.

Einlagenversorgung ist in den wenigsten Fällen notwendig und sollte immer mit begleitender Fußgymnastik und unter regelmäßiger Kontrolle erfolgen. Kinderschuhe sollen vor Kälte, Verletzung oder Schmutz schützen. Sie haben keine Stützfunktion, wie viele Eltern meinen. Der richtige Schuh passt sich der Bewegung des Fußes an, nicht umgekehrt. Kinderfüße wachsen schubweise, bis zu drei Größen pro Jahr. Da können selbst neue Schuhe schnell wieder zu klein sein. Also regelmäßig messen, mindestens einmal im Halbjahr und das natürlich ohne Schuh am Fuß.

Bundesweiten Studien zufolge trägt fast jedes 3. Kind zu kleine Schuhe. Kleinkinder sagen selten, wenn sie der Schuh drückt, denn ihre Knochen sind noch weich und verformbar. Sie reagieren auf Druck relativ schmerzunempfindlich, da sich das Nervensystem und die Empfindlichkeit noch entwickeln. Die Folgen: Die Füße passen sich der Schuhform an und Fehlstellungen entwickeln sich. Erst mit circa 16 Jahren haben Füße ihre Entwicklung abgeschlossen und die endgültige Form und Festigkeit.

Die wichtigsten Regeln beim Schuhkauf:

Erst messen, dann auswählen! Zum Beispiel so: Vor dem Kauf einen Fußabdruck auf Pappe machen. Umriss beider Füße mit einem Stift nachzeichnen. Bei der längsten Zehe (muss nicht die große sein) werden 12 mm hinzugefügt.

Die Eckpunkte miteinander verbinden und die Schablone ausschneiden. Diese Schablone muss ohne Quetschen und Schieben in den neuen Schuh passen. Schuhfachgeschäfte haben in der Regel auch spezielle Messeinrichtungen für diesen Zweck. Fragen Sie also vor dem Kauf neuer Schuhe ruhig mal nach einem Innenmessgerät, denn die Innengröße entspricht nur selten der Außengröße. Besonders wichtig bei kleinen Kindern: Das herkömmliche Nachfühlen des großen Zehs im neuen Schuh reicht nicht aus, viele Kinder ziehen den Zeh zurück oder mogeln, wenn ihnen der Schuh zum Beispiel besonders gut gefällt. Generell gilt: Lieber günstige und passende, als teure und unpassende Schuhe. Besser eckige als spitze Schuhe wählen, denn die Zehen brauchen Platz. Weiches Oberleder bevorzugen und biegsame, rutschfeste Sohlen ohne Hacken. Luftdurchlässiges Obermaterial wählen. Gummistiefel und Sportschuhe fördern bei Dauergebrauch Schweißfüße haben unterschiedliche Ursachen: Plastiksandalen im Sommer sind ungeeignet. Schuhe aus Naturmaterialien brauchen Baumwollsocken und Goretex- bzw. Sympatex-Schuhe „funktionieren“ nur mit Socken, die einen hohen Synthetik-Anteil haben. Gesunde Kinderfüße brauchen keine Polster und Fußbetten. Die Fußmuskeln wollen trainiert, nicht gestützt werden. Kinderschuhe sollten leicht sein. Schwere "Klötze" belasten unnötig Gelenke und Wirbelsäule.

Teenager legen Wert auf modische Schuhe, achten Sie als Eltern aber darauf, dass bequeme "Alternativen" zum Wechseln bereitstehen und zu Hause barfuss (oder in rutschfesten Socken) gelaufen wird. Absätze sollten am Kinderfuß tabu sein, da die Belastung des Vorfußes enorm ist und zu dauerhaften Schädigungen führt. Bei Schuhen mit Schnürsenkeln, Klettverschlüssen oder Schnallen können der feste Halt und die Weite des Schuhs, je nach Sockenstärke, reguliert werden. Ein Vorteil, den die so genannten Ballerinas, beliebt bei kleinen Mädchen, nicht zu bieten haben. Und was ist mit Second-Hand-Schuhen? Eher nicht, aber wenn sie sehr gut erhalten sind, ist gegen sie nichts einzuwenden. Sie dürfen keine schiefen Sohlen oder ausgebeultes Leder haben, sollten wirklich optimal passen und die oben genannten Kriterien erfüllen. Ausgetretene Latschen gehören in den Müll. Nicht nur die Schuhe, sondern auch Socken müssen passen. Auch Kinderschuhe brauchen eine Pause. Sie sollten Zeit zum Auslüften haben.

Fußhygiene

Fußnägel geben häufig Aufschluss über den Zustand der Füße. Krallennägel oder zerriebene Nägel deuten nicht selten auf zu kleine und zu enge Schuhe hin. Die Fußnägel sollten nicht zu kurz geschnitten werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Haut um das Nagelbett herum entzündet. Die Nägel werden weder eckig noch rund, sondern der Nagelbeere folgend geschnitten. Nagellack muss im Winter keinen Zehennagel verschönern. Im Gegenteil, der Nagellack kann sogar Nagelmykosen fördern. Im Schwimmbad gilt, Badeschuhe tragen und Desinfektionsdüsen meiden, da sie häufig Sammelstelle von Bakterien und Pilzen sind. Die Zwischenräume zwischen den Zehen gründlich trocknen.

Schwielen, Druckstellen und Hornhaut an zarten Kinderfüßen sollten eine gründliche Überprüfung des Schuhwerks zur Folge haben. Ein Trampolin im Kinderzimmer, barfuss im Sommer, auf den Zehenspitzen ins Bad und auf den Hacken zurück ins Kinderzimmer, Laufen auf den Innen- und den Außenkanten, wenn die ganze Familie mitmacht, fällt das Training Kindern leichter und trainiert sowohl Kinder- als auch erwachsene Füße.