Digitalisierung im Gesundheitswesen als Chance: Den Patienten im Blick

Carla ist selbstständige Rechtsanwältin, beruflich und privat stark engagiert und „eigentlich“ gesund. Doch seit einiger Zeit plagen die dreifache Mutter immer wieder heftige Rückenschmerzen.

Ihr Hausarzt schickt sie zu einem Orthopäden, der sie für ein MRT der Lendenwirbelsäule an einen Radiologen verweist. Nach der Untersuchung geht’s für Carla mit den Bildern zurück zum Orthopäden, der seine Diagnosevermutung bestätigt sieht und seiner Patientin neben starken Schmerzmitteln auch Physiotherapie verordnet. Wartezeiten, Untersuchungen und Behandlungstermine: Carlas „Rücken“ bereitet ihr nicht nur körperliche Schmerzen, sondern auch eine Menge Mühe bei der Organisation im Alltag.

Kann die Digitalisierung im Gesundheitswesen Patienten das Leben erleichtern?

Schauen wir uns Carlas Möglichkeiten an: Bei den ersten Beschwerden recherchiert sie auf einer zertifizierten Plattform nach Symptomen und Behandlungswegen. Online vereinbart sie einen Termin bei einem Spezialisten, der sich viel Zeit nimmt für ein ausführliches Gespräch. Noch im Sprechzimmer organisiert er einen MRT-Termin für seine Patientin. Der Radiologe speichert die Aufnahmen von Carlas Wirbelsäule in seiner elektronischen Patientenakte, in der Carla sie umgehend für die Begutachtung durch den Orthopäden freischaltet. In einer Videosprechstunde besprechen Orthopäde und Carla das weitere Vorgehen. Gemeinsam überlegen sie, wie Carla sich in ihrem stressigen Alltag mehr Zeit für Muße und Entspannung einplanen kann, um sich und ihren Rücken von Druck zu entlasten. Gegen die aktuen Schmerzen verordnet der Rückenspezialist ein Schmerzmittel und löst damit bei der Apotheke die Lieferung direkt in Carlas Büro aus. Rezept, Diagnose und alle weiteren notwendigen Unterlagen für die Physiotherapie werden online bereitgestellt, sodass Carla umgehend mit der Behandlung beginnen kann. Gleichzeitig hilft ihr ein auf ihre Diagnose zugeschnittenes Online-Trainingsprogramm, die notwendigen Übungen auch zuhause konsequent durchzuführen. Für Rückfragen stehen ihr ein Trainer und ihr Orthopäde zu festen Videosprechzeiten zur Verfügung.

Zukunftsmusik? Noch!

Aber die Veränderungen im Gesundheitswesen sind nicht mehr aufzuhalten. Die Digitalisierung bietet unzählige Möglichkeiten, das Leben von Patienten und allen Akteuren im Gesundheitssystem zu erleichtern. Noch sind viele Ideen Insellösungen, aber der Weg ist klar: Die Technik schafft Raum für ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Patienten und Arzt, der von Routinen entlastetet wird und sich daher viel stärker als bisher seiner Rolle als beratendem und begleitendem Spezialisten zuwenden kann. Was es für diesen Wandel braucht, sind gute technische und gesetzliche Rahmenbedingungen und ein Denken, das Einzelinteressen überwindet und das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt stellt.

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