Wenn aus Daten der Vergangenheit Strategien für die Zukunft werden

Eine Viertelstunde, zwei Kaffee und fünf Fragen – das sind die Grundlagen für ein spannendes Gespräch mit Christian Maidl. Er kümmert sich als Referent im Bereich Vertragsanalysen des BKK Landesverbandes Bayern darum, dass nackte Zahlen zu spannenden Analysen werden.

Womit beginnen Sie Ihren Arbeitstag?

Bevor ich mich morgens an meinen Schreibtisch setze, öffne ich meine Bürofenster einmal ganz weit, um viel frische Luft in den Raum zu lassen. Ebenso wichtig für ein gutes Büroklima: Den Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich viele Stunden des Tages verbringe, einen guten Morgen zu wünschen. Und dann habe ich noch ein ganz persönliches Ritual: Als kleine Ermunterung lege ich mir frisches Obst von zuhause in Griffnähe auf meinem Schreibtisch bereit.

Wie erklären Sie Ihr Aufgabengebiet einem 12-Jährigen?

Mein Job ist es, die Abrechnungsdaten der über 2,4  Mio. Versicherten der Betriebskrankenkassen in Bayern zu analysieren. Aus diesen Analysen erstelle ich dann vor allem Controlling-Berichte für unsere Mitgliedskassen - eine Dienstleistung, die unser Landesverband im Rahmen seiner Aufgaben für die Mitglieder erfüllt. Aber es gehören auch Berichte für das verbandsinterne Controlling oder aber punktuelle Datenauswertungen zu bestimmten Fragestellungen innerhalb des Verbandes zu meinen Aufgaben.

Die Daten, mit denen ich arbeite, stammen aus vielen unterschiedlichen Bereichen – von der Arztpraxis über das Krankenhaus bis hin zur Apotheke. Es ist daher wichtig, dass ich aus der Fülle des Materials die richtigen Daten so auswähle, dass ich sie gut weiterverarbeiten und valide statistische Analysen daraus ziehen kann.

Was ist das Spannendste an Ihrem Job? 

Zunächst einmal finde ich es spannend, dass ich in meinem Aufgabenfeld regelmäßig und viel mit Kollegen im Team arbeite. Unser Aufgabenfeld ist so komplex, dass der Austausch mit anderen überaus wichtig ist. Als Einzelkämpfer wäre man hier auf verlorenem Posten, aber gemeinsam kommen wir auf gute Ideen und Lösungen, mit denen wir nützliches Wissen aus den Daten generieren können.

Generell macht es mir Spaß, im Gesundheitswesen zu arbeiten. Ja, wir alle wissen, es ist ein komplexes System und es gibt keine einfache Erfolgsmessung im Sinne einer simplen Einnahmen-/Ausgaben-Relation. Aber das ist eben die Herausforderung.

Und natürlich ist es spannend, wenn ich verfolge, was aus unseren Analysen wird. Wir arbeiten mit den Zahlen ja nicht zum Selbstzweck, sondern es geht bei allem, was wir tun, immer um Gesundheit und darum, unseren Versicherten die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. Meine Analysen fließen in viele Entscheidungsprozesse im Haus ein und ich kann sehen, wie sie operative und strategische Entscheidungen prägen. 

Stellen Sie sich vor, Sie sind Gesundheitsminister. Was packen Sie zuerst an?

Als Analyst liegt mir natürlich die Digitalisierung im Gesundheitswesen am Herzen und ich würde vor allem das Thema Big Data, also die Erfassung und Analyse großer Datenmengen, mit Hochdruck vorantreiben. Es müssten rasch Lösungen geschaffen werden, die umfangreichen Daten, die es bereits gibt, konsequenter zu erschließen und für eine optimale Steuerung der Versorgungsprozesse zu nutzen.

Zurzeit können vorhandene Datenschätze noch nicht gehoben werden, weil einzelne Datengruppen unabhängig voneinander gespeichert werden und nicht miteinander verknüpft werden können. Wir brauchen eine sichere, komfortable und kassenartenübergreifende Lösung, die individuelle Gesundheitsdaten wie Diagnosen, Laborbefunde und Therapieempfehlungen erfasst und bei Bedarf abrufbar macht. 

Ideal wäre es, wenn wir dabei die Generation Smartphone von Anfang an in diese Lösung einbinden. So sollte es problemlos möglich sein, telemedizinische Leistungen über das Handy abzuwickeln und den Arzt über Videotelefonie oder Chat zu erreichen. Auch die Kommunikation zwischen Versicherten und ihrer Krankenkasse sollte bequem über das Smartphone möglich sein, vom Hochladen des Bonusantrags bis zum Chat bei individuellen Fragen.

Womit schließen Sie Ihren Arbeitstag ab und welche Aufgabe wartet direkt nach unserem Interview auf Sie?

Gleich nach dem gemeinsamen Kaffee mit Ihnen setze ich mich wieder an einen Quartalsbericht zur Ausgabenentwicklung der bayerischen Betriebskrankenkassen im Bereich 'Vertragsärztliche Vergütung', den ich mit Hilfe unserer Analyse- und Reportingtools zusammenstelle. 

Bevor ich dann heute Abend das Büro verlasse, checke ich meinen Kalender und meine To do-Liste. Es ist mir wichtig, dass ich meine Termine im Griff habe und mit diesem Tagesabschluss fühle ich mich dann gut vorbereitet für den nächsten Arbeitstag.

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