Wir haben Rücken – oder was sagt uns die aktuelle BKK-Statistik?

So sicher, wie am 24. Dezember Weihnachten ist, so sicher ist es auch gegen Ende des Jahres, dass die Betriebskrankenkassen (BKK) ihren Fundus an Zahlen und Fakten zur Arbeitsunfähigkeit (AU) ihrer Versicherten veröffentlichen. Seit über 40 Jahren tragen die BKK Daten zum Krankheitsgeschehen ihrer Versicherten zusammen. Was anfangs als broschiertes Zahlenwerk auf den Markt ging, ist vor vier Jahren zu einer Buchsammlung gewachsen.

Es ist gut zu wissen, wie es um die Gesundheit in Deutschland steht. Aber nicht nur die Bayern wollen natürlich erfahren, wie hoch die Fehltage in ihrer Region sind und wen es womit umwirft. Ganz wichtig ist auch das Ranking: Wo steht Bayern im bundesweiten Vergleich? Sind wir im Freistaat auch hier Musterland im positiven oder ausnahmsweise mal im negativen Sinne?

Bayern geht's gut, aber Oberbayern geht's noch besser

Keine Bange, denn Bayern geht’s auch gesundheitlich gut. Im bundesweiten Vergleich lagen wir, was den Krankenstand angeht, gefühlt jahrzehntelang auf Platz 2 nach den Baden-Württembergern. Laut der aktuellen BKK-Auswertung sind nun aber die Hamburger etwas gesünder und Bayern liegt aktuell im bundesweiten Ranking auf Platz 3 – auch nicht schlecht! So ist ein BKK-Mitglied in Bayern durchschnittlich an 15,48 Tagen im Jahr krankgemeldet. Gemessen an einem gesamten Lebensjahr mit 365 Tagen wird so ein Krankenstand von 4,24 Prozent berechnet; der Bundesdurchschnitt liegt mit 17,2 Tagen deutlich darüber.

Die Gesundheit ist aber innerhalb Bayerns nicht homogen. Es macht gesundheitlich offensichtlich einen Unterschied, ob man in Starnberg mit durchschnittlich 10,4 Fehltagen lebt oder in Coburg mit 21,49 Tagen, das sind mehr als doppelt so viele! Auch auf Bezirksebene gibt es große Unterschiede: Oberbayern liegt bei 13,54 Krankentagen im Jahr, Oberfranken dagegen bei 18,27 Tagen.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Alter, berufliche und soziale Stellung, Lebensstandard ganz allgemein oder auch die Branche, in der man tätig ist, spielen sicher eine Rolle. So werden Berufsgruppen, die regelmäßig unterwegs sind, wie Paket- und Briefträger oder auch Kraftfahrer, von 23 und mehr Fehltagen geplagt. Mitarbeiter in klassischen Bürojobs, wie Informations- und Datenverarbeitung oder auch im Verlags- und Medienwesen kommen dagegen auf unter zehn Fehltage.

Woran kranken denn die Bayern?

Die auch schon jetzt wieder allgegenwärtigen Erkrankungen der Atemwege sind besonders häufig der Grund für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Aber sie sind jeweils von kurzer Dauer. Je Krankheitsfall besonders schwer wiegen hingegen psychische Krankheiten und Krebserkrankungen: Gut 38 Tage je Fall rechnet man durchschnittlich bei einer Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung. Über 30 Tage im Schnitt sind es auch bei Krebserkrankungen. Erkrankungen in Form von Husten, Schnupfen, Heiserkeit dauern dagegen nur knapp eine Woche.

In der Kombination von Krankheitsdauer und Fallzahl führen aber Muskel- und Skelettkrankheiten als weitere Krankheitsgruppe die AU-Statistik an: Rund ein Viertel aller Krankheitstage entfallen auf Rücken, Knie, Hüfte und Co. An zweiter Stelle folgen die psychischen - und Atemwegserkrankungen mit bayern- und bundesweit rund einem Siebtel der Krankheitstage.

AU-Statistik: Eine trockene, langweilige Materie?

Es lohnt sich einmal mehr, jährlich abzutauchen in die AU-Zahlenwelt. Denn langweilig wird es mit dem Datenmaterial, welches die Kollegen vom BKK Dachverband zusammentragen und das ich für die bayerischen Informationsbedürfnisse noch aufbereite, ganz und gar nicht. Dabei kommt mir durchaus zu Nutzen, dass ich auch mal was mit Zahlen studiert habe :-).

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