BKK Tag 2026
Die Gesundheitsversorgung von morgen: Gemeinsam gestalten, Veränderungen wagen
Die Gesundheitsversorgung steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Neue Versorgungsmodelle, interprofessionelle Zusammenarbeit und digitale Technologien eröffnen enorme Chancen für Patientinnen und Patienten, die Ärzteschaft und das gesamte Gesundheitssystem. Doch Veränderung stößt oft auf Skepsis – sei es aus Sorge vor zusätzlicher Bürokratie, Verlust persönlicher Nähe oder unklaren Verantwortlichkeiten. Wie gelingt es uns, diese Bedenken aufzunehmen und zugleich den Mut für Neues zu stärken? Auf Einladung des Landesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) in Bayern diskutierten darüber am 27. April 2026 in München Gesundheitsexpertinnen und -experten Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten einer zukunftsgerichteten Versorgung.
Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, betonte in ihrem Grußwort zur Eröffnung:
Der BKK Tag thematisierte das Thema Gesundheitsversorgung aus verschiedenen Blickwinkeln. Aus seinen Erfahrungen als Intensivmediziner am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und Vorsitzender der jungen Ärztinnen und Ärzte im Hartmannbund berichtete Dr. Moritz Völker. Sein Credo: Reformen brauchen Mut, damit sich Strukturen verändern, Fehlanreize abgebaut und Eigenverantwortung gestärkt werden können.
Lehren aus der bereits eingeführten Primärversorgung in Österreich zog Dr. Clemens Martin Auer. Der Sektionschef a. D. im österreichischen Gesundheitsministerium und Präsident des European Health Forum Gastein schlug einen Bogen von der Reformidee bis hin zur Versorgungspraxis.
Die anschließende Podiumsdiskussion wurde um weitere Expertise aus Praxis und Politik ergänzt:
Elisa Jóhannsdóttir, Projektleiterin Community Health Nursing in Lindenberg im Allgäu, stellte dar, wie das Gesundheitswesen in Deutschland von Community Health Nurses auch in einem modernen Primärversorgungssystem profitieren könnte. Dr. Annett Richter, Leiterin des Gesundheitsmanagements bei der BMW Group, betonte die wichtige Rolle und das Potenzial von Betriebsärzten für die Versorgung. Dr. Wolfgang Ritter, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands, berichtete über sein professionsübergreifendes Pilotprojekt HÄPPI, das die hausärztliche Versorgung nachhaltig weiterentwickeln soll. Sowohl aus ärztlicher Perspektive, als auch aus politischer Sicht, stellte der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Hans Theiss dar, welche Reformbaustellen im Gesundheitswesen dringend angegangen werden müssen und wie eine sektorenübergreifende Versorgung gestaltet werden muss.
Moderiert wurde die Veranstaltung von BR-Journalist Tillmann Schöberl.




