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Betriebskrankenkassen im Gespräch mit Prof. Dr. Hans Theiss, MdB, in München

Anfang August sprach Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern, mit Prof. Dr. Hans Theiss, Abgeordneter der CSU im Deutschen Bundestag. Nicht nur aus seiner Tätigkeit als Kardiologe am Klinikum Großhadern in München weiß Prof. Theiss um die brisante Lage des Gesundheitswesens in Deutschland. Wenn wir unser hochwertiges Gesundheitssystem erhalten wollen, so der Tenor des Gesprächs, muss jetzt gehandelt werden.

Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern (links stehend) mit Prof. Dr. Hans Theiss, Abgeordneter der CSU im Deutschen Bundestag (rechts). © BKK Landesverband Bayern
Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern (links) mit Prof. Dr. Hans Theiss, Abgeordneter der CSU im Deutschen Bundestag (rechts). © BKK Landesverband Bayern

Vordringlich geht es um die Konsolidierung der GKV-Finanzen und die mutige Umsetzung der Krankenhausreform. Nach Auffassung von Prof. Theiss wird es im Krankenhausbereich geradezu zwangsläufig Konzentrationsprozesse geben, um die hohe Qualität der stationären Versorgung zu erhalten und künftig auch finanzieren zu können.

Dr. Ralf Langejürgen betonte: „Die Ausgaben laufen uns in einer Weise davon, wie wir es noch nie erlebt haben. Zugleich sind die Rücklagen der Kassen auf ein Minimum reduziert. Die in Aussicht gestellten GKV-Darlehen sind in Wahrheit nichts anderes als verschobene Beitragssatzerhöhungen.“

Die Gesprächspartner sind sich einig: Die Solidargemeinschaft darf nicht weiter mit gesamtgesellschaftlichen Aufgaben belastet werden. Die Kompensation aus Steuermitteln für versicherungsfremde Leistungen sollte deshalb zeitnah erfolgen. Um die ausufernden GKV-Finanzen in den Griff zu bekommen, bedarf es grundlegender Reformen. Für deren Umsetzung auf die Ergebnisse einer Expertenkommission zu warten, die bis Frühjahr 2027 erste Vorschläge liefern soll, ist keine Option.

Wir haben kein Erkenntnisproblem - wir brauchen die Reformen jetzt!


Die Wege dahin sind bekannt:

  • Bessere Patientensteuerung
  • Einführung eines funktionsfähigen Primärarztsystems
  • Mehr Digitalisierung
  • Mehr Prävention und Eigenverantwortung  

Dr. Langejürgen machte klar, wie wichtig der Erhalt von Vielfalt und Wettbewerb auch im Bereich der Krankenkassenlandschaft ist. Unüberlegte staatliche Eingriffe und ein Konzentrationsprozess auf Basis von Versichertenzahlen schadet nicht nur dem Wettbewerbsgedanken, er bringt vor allem keinerlei Fortschritte bei der Lösung der gravierenden Strukturprobleme im System, keinen schnelleren Zugang zu Gesundheitsleistungen, keine Sicherung der Notfallversorgung auf dem Land und vor allem keine Absenkung der Beitragssätze.

Die Vielfalt an großen, kleinen, traditionellen, regionalen und bundesweiten Krankenkassen sorgt nachgewiesenermaßen für mehr Effizienz und weniger Verwaltungskosten. Hinzu kommt, dass durch die Nähe zu den Versicherten und zu den Trägerunternehmen individueller auf die Bedürfnisse der Patienten eingegangen werden kann.

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