Die Gastrednerin, Prof. Dr. Larissa Schwarzkopf von der Hochschule Deggendorf, beleuchtete die Auswirkungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) auf die bayerische Kliniklandschaft.
Bundes- wie bayernweit steht die Krankenhausversorgung für etwa ein Drittel der gesamten Leistungsausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung. Auch die Krankenhäuser in Bayern leiden unter einer finanziellen Schieflage und Personalengpässen – der Reformbedarf ist allseits unbestritten. Im Sinne der Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung gerät die Krankenhausreform im Flächenland Bayern jedoch zur besonderen Herausforderung. Die Struktur im Freistaat ist mit verhältnismäßig vielen kleinen sowie spezialisierten Kliniken und wenigen mit Scherpunkt- und Maximalversorgung besonders und es gibt erhebliche regionale Unterschiede.
Der ursprüngliche Druck des KHVVG auf kleine und spezialisierte Krankenhäuser wurde mittels einer kleinräumigen gutachterlichen Betrachtung im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention zwar entschärft, aber die strukturellen Grundprobleme bleiben und es ist keine schnelle Lösung in Sicht.
Im Sinne einer zukunftsfähigen Gestaltung brauche es mehr politischen Mut für neue Wege in Richtung einer intersektoralen Orientierung mit dem ambulanten Bereich und mit klinikübergreifenden Kooperationen. Auch regional gäbe es Potenzial durch geeignete Komplementärstrukturen vor Ort sowie eine gute Vor- und Nachsorge.