Innovationsfonds

Der BKK Landesverband Bayern hat bislang sechs Projekte in den Innovationsfonds des Bundesministeriums für Gesundheit eingereicht. Es spricht für die Qualität der vorgelegten Forschungs- und Versorgungsvorhaben, dass auch alle sechs Projekte vom Gemeinsamen Bundesausschuss positiv beschieden wurden.

Erfahren Sie hier mehr über die Projekte, an denen der BKK Landesverband Bayern beteiligt ist.

Ein hoher Medienkonsum und eine lange Bildschirmzeit beeinträchtigen die gesunde Entwicklung von Kindern gerade in den ersten Lebensjahren. Um Eltern zu unterstützen, ihren dreijährigen Kindern eine gesunde und medienbewusste Entwicklung zu ermöglichen, startete am 1. November 2025 mit einer Laufzeit bis zum 31. Oktober 2028 die Studie „Bildschirmfrei – Sei dabei!“.
 
Die Folgen von hohem Medienkonsum bei Kindern sind vielfältig. Sie können sowohl kognitiv-, (fein)-motorische, aber auch sozial-emotionale Auffälligkeiten verbunden mit Übergewicht, Schlafproblemen und vielem mehr nach sich ziehen. Ziel von “Bildschirmfrei – Sei dabei!” ist es daher, Anzeichen einer frühen, unregulierten Bildschirmzeit zu erkennen, und die Eltern bei einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen.

Wie funktioniert “Bildschirmfrei - Sei dabei!”?

„Bildschirmfrei – Sei dabei!“ wird in die bestehende PraxisAPP „Meine pädiatrische Praxis“ integriert. Die Betriebskrankenkassen unterstützen die Durchführung der Studie im Rahmen des Vorsorgeprogramms „Starke Kids by BKK“. Das Screening zur U7a hilft dabei, auffällig ungesunde Bildschirmzeiten zu erkennen. Zudem erhalten die Eltern bei der U7a einen Signalaufkleber mit den drei wichtigsten Empfehlungen zur Bildschirmnutzung in das individuelle gelbe U-Untersuchungsheft. Bei Hinweisen auf eine ungesunde Mediennutzung erhalten die Eltern ein Intensiv-Mediencoaching durch ihre Kinder- und Jugendärztin bzw. ihren -arzt. Die Studienteilnahme ist ab 1. März 2025 bundesweit möglich. 

Welche Institutionen unterstützen “Bildschirmfrei - Sei dabei!”?

Das Projekt „Bildschirmfrei – Sei dabei!“ wurde federführend durch die Universität Witten/Herdecke in enger Kooperation mit dem BKK Landesverband Bayern, der Service GmbH des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte e.V. sowie dem Institute for Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald entwickelt und wird über den Gemeinsamen Bundesausschuss aus Mitteln des Innovationsfonds gefördert (Förderkennzeichen: 01NVF24319)

Die Betriebskrankenkassen möchten Familien Sie bei ihrem psychischen Wohlbefinden unterstützen. Dies gelingt mit dem Innovationsfonds-Projekt UPlusE: U-Untersuchung für Kinder PLUS Eltern. 

Etwa 15 Prozent der Mütter und 5 Prozent der Väter leiden in der Zeit um die Geburt an einer Depression und/oder Angststörung. Anders als der Baby Blues ist eine postpartale Depression eine schwere Erkrankung, die häufig bereits in der Schwangerschaft beginnt. Mögliche Symptome sind u.a. gedrückte Stimmung, Gefühl von tiefer Trauer, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Antriebs- und Energielosigkeit und Schwierigkeiten Freude dem Kind gegen über zu empfinden.

UPlusE erweitert die PraxisAPPs - "Meine GynPraxis" und "Meine pädiatrische Praxis" mit einem Screening zur Früherkennung von Belastungen und Depressionen während der Schwangerschaft und nach der Geburt. 

Mehr Informationen zu UPlusE

In Deutschland erleiden jährlich ca. 1,6 Prozent der Erwachsenen einen Schlaganfall. Rund 40 Prozent der Betroffenen entwickeln daraufhin ein spastisches Syndrom. Das heißt, sie leiden unter anderem an Verkürzungen von Muskeln, Sehnen und Bändern, Schmerzen und Bewegungsstörungen und sind in ihrem Alltag oft eingeschränkt - eine belastende Situation, die häufig nur mit Unterstützung der Familie oder Fachkräften bewältigt werden kann. Durch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Spastik lassen sich Langzeitschäden vermeiden. 

Welche Versorgungslücken werden durch moVe-it geschlossen?

Durch ein vernetztes, digitales Versorgungsmanagement werden Fachexperten aus verschiedenen medizinischen Bereichen zusammengebracht, mit dem Ziel individuell angepasster Therapien, einer höheren Behandlungsqualität und schließlich optimierter Versorgung. Kernelemente sind interprofessionelle Fallkonferenzen in Koordination durch einen moVe-it Medical Manager und die stetige Patientenbegleitung durch die moVe-it-App. Mit dieser App lassen sich Behandlungen interdisziplinär planen und Veränderungen des Gesundheitszustands schnell erfassen.

Was ist moVe-it? 

moVe-it ist ein interdisziplinäres Projekt, das für drei Jahre mit insgesamt ca. 6,8 Millionen Euro durch den Innovationsfonds gefördert wird. Im Rahmen einer randomisierten Studie soll erforscht werden, ob das moVe-it Konzept zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Betroffenen beitragen kann. Bei einer positiven Bewertung könnte moVe-it als neue Versorgungsform in die Gesetzliche Krankenversicherung überführt werden. MoVe-it wäre somit eine Leistung, die über die bisherige Regelversorgung der Gesetzlichen Krankenkassen hinausgeht und stünde den Versicherten der teilnehmenden Betriebskrankenkassen zur Verfügung.  

Wer kann an moVe-it teilnehmen?

Es sollte eine nicht länger als sechs Monate zurückliegende Schlaganfalldiagnose mit anschließend entwickelter Spastik vorliegen. Die teilnehmenden Patientinnen und Patienten werden durch die moVe-it App und weitere Leistungen zur Therapieoptimierung begleitet. Die Voraussetzung für eine Teilnahme ist die Therapie bzw. Betreuung bei einem oder mehreren an moVe-it teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten oder Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Bayern, Berlin oder Brandenburg. 

Durch welche Institutionen wird moVe-it unterstützt?

MoVe-it wird durch zahlreiche Konsortialpartner getragen. Diese sind: Die Bayerische TelemedAllianz GmbH, der BKK Landesverband Bayern, die BKK mkk – meine krankenkasse, der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V., die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Cortex Management GmbH – Berufsverband Deutscher Neurologen e. V., das inav – privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH, die Kliniken Beelitz GmbH, die Schön Klinik Bad Aibling Harthausen SE & Co. KG, das Therapiezentrum Burgau – Gemeinnützige Gesellschaft zur neurologischen Rehabilitation nach erworbenen cerebralen Schäden mbH und das Universitätsklinikum Regensburg.
 

Humane Papillomaviren (HPV) zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und stehen im Zusammenhang mit der Entstehung verschiedener Krebsarten. Dazu zählt Gebärmutterhalskrebs, der fast ausschließlich durch eine HPV-Infektion verursacht wird. Aber auch Plattenepithelkarzinome, Vaginal- und Vulvakarzinome sowie Peniskarzinome können durch HPV-Infektionen verursacht werden. 

HPV-Impfung: Empfehlung des Robert-Koch-Instituts und das Ziel der WHO

Eine Impfung bietet einen wichtigen Schutz vor HPV. Sie wird daher von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren sowie Nachholimpfungen bis zum 17. Lebensjahr empfohlen. Deutschland hat sich dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation angeschlossen, bis 2030 eine Impfquote von 90 Prozent bei 15-jährigen Mädchen zu erreichen und die Impfquote bei 15-jährigen Jungen deutlich zu steigern. Trotz des Präventionspotenzials der HPV-Impfung, hatte im Jahr 2023 nur circa die Hälfte der Mädchen und nur etwa ein Drittel der 15-jährigen Jungen einen vollständigen Impfschutz gegen HPV. Die HPV-Impfquote unterscheidet sich dabei stark in der regionalen Betrachtung. 

Was ist PREV-HPV und welche Ziele sollen mit dem Projekt erreicht werden?

Bei einer stagnierenden Impfquote und der gleichzeitig ansteigenden Zahl an HPV-Infektionen ist es das Ziel von PREV-HPV (Prävention und Evaluation von HPV), etwaige sozioökonomische, kulturelle, soziale und strukturelle Faktoren zu identifizieren, die die Inanspruchnahme von HPV-Impfangeboten beeinflussen. Bundesweit sollen mindestens 1.500 Sorgeberechtigte impffähiger Kinder und Jugendlicher im Alter von neun bis 17 Jahren zum Zugang und zur Inanspruchnahme von HPV-Präventionsangeboten befragt werden. Zudem wird die Perspektive der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (KJÄ) als Leistungserbringende zu strukturellen Versorgungsbarrieren erhoben. Im Anschluss an die Datensammlung sollen Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Zugang zu HPV-Präventionsangeboten abgeleitet werden. 

Im Erfolgsfall kann das Projekt dazu beitragen, Hürden und Hemmnisse im Rahmen der HPV-Impfung zu identifizieren, den Zugang zu HPV-Impfangeboten zu verbessern und die Impfquote im frühen Kindes- und Jugendalter sowohl bei den Mädchen, als auch den Jungen, langfristig zu steigern. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,5 Millionen Euro gefördert (Förderkennzeichen:01VSF25016).

Deshalb unterstützen die Betriebskrankenkassen das Ziel der WHO:

Der Anteil an mitversicherten Familienangehörigen ist bei den Betriebskrankenkassen so hoch wie bei keiner anderen Kassenart der Gesetzlichen Krankenversicherung. Bei dieser familiären Ausrichtung ist es den Betriebskrankenkassen ein besonderes Anliegen, das WHO-Ziel bestmöglich zu unterstützen. Daher beteiligen sich die Betriebskrankenkassen als Konsortialpartner am Innovationsfondsprojekt PREV-HPV.

Welche Institutionen sind an PREV-HPV beteiligt?

Die Konsortialführung der Projekts hat die BVKJ-Service GmbH inne. Weitere Konsortialpartner sind der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V., die Universitätsmedizin Greifswald und der BKK Landesverband Bayern. Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. und die Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen

Viele Studien belegen, dass negative Gefühle und Empfindungen wie Stress oder Ärger unser Immunsystem schwächen. Sie machen uns anfälliger für Infektionen, Allergien oder andere Krankheiten. Umgekehrt sind Zusammenhänge zwischen einer positiven Einstellung und der Stärkung des Immunsystems bewiesen. Diese Zusammenhänge sind wissenschaftlich unter dem Begriff Psychoneuroimmunologie gebündelt. Sie fließen in verschiedene Projekte des BKK Landesverbandes Bayern ein und werden auch über den Innovationsfonds erprobt.

Wissenschaftler haben die Wirkungsweise von chronischem Stress erforscht. Das in Stresssituationen produzierte stimulierende Hormon Cortisol kann bei anhaltendem Stress eine körperschädigende Wirkung entfalten: Die Körperzellen werden beschädigt und die Immunfunktion wird gehemmt. Stressbedingt erhöhte Endzündungsparameter sind Nahrung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs u.a. und können die Lebenszeit verkürzen.

Dagegen bilden positive soziale Beziehungen einen wesentlichen Faktor dafür, Entzündungsparameter zu senken und das Immunsystem zu stärken.

Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie sind Grundlage des vom BKK Landesverband Bayern geführten Innovationsfondsprojekts:

PETRA 2.0 Personalisierte Therapie bei Rheumatoider Arthritis basierend auf dem Modell der Psychoneuroimmunologie