UPlusE

Über das Projekt

Die Betriebskrankenkassen möchten Familien Sie bei ihrem psychischen Wohlbefinden unterstützen. Dies gelingt mit dem Innovationsfonds-Projekt UPlusE: U-Untersuchung für Kinder PLUS Eltern

Etwa 15 Prozent der Mütter und 5 Prozent der Väter leiden in der Zeit um die Geburt an einer Depression und/oder Angststörung. Anders als der Baby-Blues ist eine postpartale Depression eine schwere Erkrankung, die häufig bereits in der Schwangerschaft beginnt. Mögliche Symptome sind u.a. gedrückte Stimmung, Gefühl von tiefer Trauer, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Antriebs- und Energielosigkeit und Schwierigkeiten, Freude dem Kind gegen über zu empfinden.

Um hier Abhilfe zu schaffen und mögliche Depressionen schon früh zu identifizieren, wurde 2023 das Studienprojekt UPlusE am Klinikum Nürnberg ins Leben gerufen. Seit Beginn der Studie wurden teilnehmende Familien im Rahmen der Untersuchungen beim Frauen- oder Kinderarzt über ein App-basiertes Screening zu ihrem psychischen Befinden befragt und im Fall der Fälle an die passenden Hilfsstellen vermittelt. 

Seit Februar 2024 konnten sich interessierte Schwangere ab der 25. Schwangerschaftswoche bei allen teilnehmenden Gynäkologen und alle Eltern ab der U3 bei den teilnehmenden Kinder- und Jugendärzten in UPlusE einschreiben. Diese Möglichkeit endete zum 30. November 2025. Nun werden die Daten der rund 13.000 teilnehmenden Eltern ausgewertet.   

Wie geht es mit UPlusE weiter?

Mit Ende der Einschreibungsphase in die UPlusE-Studie zum 30. November 2025 steht UPlusE frischgebackenen Eltern vorerst nicht mehr zur Verfügung. Alle Eltern, die vor dem 30. November in eine Studienteilnahme eingewilligt hatten, können UPlusE noch bis zur U6 ihres Babys in Anspruch nehmen. Voraussichtlich ab Juli 2026 steht UPlusE dann in veränderter Form wieder allen Eltern von Neugeborenen im Rahmen der U3 bzw. U4 zur Verfügung. Bis dahin bitten wir um Geduld. Weitere Informationen erhalten Sie zu gegebener Zeit auf dieser Seite oder direkt auf der UPlusE Projektseite:  

UPlusE Projektseite 

UPlusE Projekttreffen am 19. November 2025 stellt wichtige Weichen

Am 19. November fand in Berlin ein weiteres, produktives und für alle Beteiligten sehr inspirierendes UPlusE Projekttreffen statt. Dank des Engagements und Herzbluts sämtlicher Konsortial- und Kooperationspartner konnten bei dem Treffen zentrale Weichen für eine bessere peripartale Versorgung gestellt werden.

Grundlage für das Projekttreffen waren unter anderem erste Anhaltspunkte zu den Studiendaten, denn zum 30. November 2025 endete die Teilnahmemöglichkeit an UPlusE. Wie entscheidend die Peripartalzeit für die psychische Gesundheit von Eltern und Kindern ist, darauf gibt es bereits entsprechende Hinweise: Von rund 13.000 Männern und Frauen, die seit Februar 2024 an dem Screening-Programm teilnahmen, berichteten mehr als 20 Prozent der werdenden Mütter und über 15 Prozent der Väter von ernstzunehmenden depressiven Symptomen vor und nach der Geburt.

Diese vorläufigen Daten bestätigen, wie wichtig es ist, die Versorgungslücke zu schließen und betroffenen Familien Hilfe anzubieten. Bleiben psychische Erkrankungen unbehandelt, können diese chronisch werden und langfristige Folgen für die Eltern, die Eltern-Kind-Beziehung sowie die Entwicklung der Kinder haben.

UPlusE Zusatzleistung bei den Betriebskrankenkassen voraussichtlich ab 1. Juli 2026

Die ersten Studienhinweise waren so überzeugend, dass die Betriebskrankenkassen beschlossen haben, UPlusE noch vor dem endgültigen Ablauf der Studie als Leistungsbestandteil in den Selektivvertrag „STARKE KIDS by BKK“ aufzunehmen. Voraussichtlich ab dem 1. Juli 2026 können Versicherte teilnehmender BKK in veränderter Form zur U3/U4 von UPlusE profitieren, bis die neue Versorgungsform in die Regelversorgung überführt wird.

Moderne, hybride Versorgung

Das Besondere am UPlusE Projekt ist die Einbettung in ein flächendeckendes, digitales Netzwerk. So konnten die Screening-Fragebögen mit Unterstützung durch den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ) und den Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) über eine bereits etablierte Praxis-App an die Teilnehmenden übermittelt und ausgewertet werden. Eingebunden in UPlusE sind neben Ärzten auch sogenannte Psych-Behandler und Therapeuten – allesamt Fachleute, die im Fall der Fälle eine zeitnahe Behandlung garantieren können. Auch Angebote wie „Frühe Hilfen“, Beratungsstellen und “Schatten & Licht” als Selbsthilfeverein sind Teil des Netzwerks, an die betroffene Familien schnell vermittelt werden können und geeignete, kompetente Hilfe erhalten.

Positives Resümee

Im Resümee des Projekttreffens waren sich alle beteiligten Institutionen einig, dass UPlusE eindrucksvoll zeigt, wie moderne hybride Versorgung funktionieren kann: frühzeitig, digital unterstützt, sektorenübergreifend, interdisziplinär. Das gemeinsame Treffen hat erneut verdeutlicht, welche Wirkung entsteht, wenn Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Politik und Wissenschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Videos zu UPlusE

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner zu UPlusE

Eindrücke vom Projekttreffen der UPlusE Konsortialpartner 2024

Interview mit Dr. med. Susanne Simen zum Projekt UPlusE

Dr. Ralf Langejürgen zum Innovationsfondsprojekt UPlusE

Die Konsortialpartnerschaft von UPlusE


Konsortialführung: 

Dr. med. Susanne Simen, Klinikum Nürnberg (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie).

Ko-Konsortialführung: 

Prof. Dr. med. Christoph Fusch, Klinikum Nürnberg (Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche)

Konsortialpartner: 

BVKJ-Service GmbH, Sanakey ÄVGD, Universitätsmedizin Greifswald, TU München, Universitätsklinikum Würzburg, BKK Landesverband Bayern.