Neue Wege in der Versorgung

Wenn es darum geht, die Versorgung der Versicherten zu verbessern und nachweislich gute Behandlungsalternativen in den Versorgungsalltag zu bringen, sind die Betriebskrankenkassen ganz vorne dabei.

Patienten mit rheumatoider Arthritis

Medizinische Untersuchungen beim Rheumatologen

Ihre Rheumatologin führt zunächst mit Ihnen ein Beratungsgespräch über den Ablauf und die Ziele des Projektes PETRA. Im nächsten Schritt findet eine medizinische Untersuchung statt und Sie erhalten Fragebögen zum Ausfüllen. Nach dem Erstgespräch bei ihrem/r Arzt/Ärztin haben Sie über einen Zeitraum von 18-24 Monaten bei ihm/ihr 9 weitere Termine für medizinische Untersuchungen, bei denen Ihnen Blut abgenommen wird und Sie regelmäßig Fragebögen zu Ihrem körperlichen und psychischen Zustand ausfüllen.

Weitere Informationen zur den Untersuchungen bei Ihrem Rheumatologen finden Sie hier.

Zuordnung zu Interventions- oder Kontrollgruppe

Um die Wirksamkeit des PETRA-Programms wissenschaftlich zu bewerten, müssen Daten von Personen, die das Selbstmanagementprogramm durchlaufen haben (Interventionsgruppe) mit solchen verglichen werden, die nicht daran teilgenommen haben (Kontrollgruppe). Als Patient mit rheumatoider Arthritis besteht die Möglichkeit, dass Sie der Kontrollgruppe zugeordnet werden und nicht das Selbstmanagementprogramm erhalten (1:1-Chance). Sie nehmen dann nur an den medizinischen Untersuchungen bei Ihrem Rheumatologen teil und erhalten am Ende der Studie eine finanzielle Aufwandsentschädigung.

Weitere Informationen zum Thema Interventions- und Kontrollgruppe finden Sie hier.

Kompetenztraining

Falls Sie der Interventionsgruppe angehören, können Sie am Kompetenztraining teilnehmen. Der Patientenlotse wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen und Sie bei der Terminfindung einer für Sie passenden Gruppe unterstützen. Die Gruppensitzungen finden ausschließlich innerhalb der Modellregionen statt. In einem Online-Buchungssystem haben Sie zudem selbst die Möglichkeit, sich in eine Gruppe einzutragen. Sie erhalten dann die Information, an welchem Ort das Kompetenztraining stattfindet und wer die Gruppe leiten wird (erfahrene psychologische und/oder ärztliche Psychotherapeuten).

Nach einem Kennenlerngespräch mit Ihrem Gruppenleiter nehmen Sie ab September 2019 in einem Gruppenverband von acht bis zwölf weiteren Teilnehmern am Kompetenztraining teil. Das Programm verläuft stets zeitlich parallel zu Ihren medizinischen Untersuchungsterminen beim Rheumatologen. Es besteht aus zwölf zweistündigen Gruppenterminen, die über ein halbes Jahr hinweg alle zwei Wochen abends stattfinden. Im Anschluss daran sind noch drei weitere Treffen in monatlichem Abstand geplant, um das Erfahrene nachwirken zu lassen. Inhaltliche Themen sind unter anderem Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress in ihrer Rolle für die Gesundheit. Durch verschiedene Aktivitäten und Übungen soll Ihr Bewusstsein für Ihre eigene Gesundheitskompetenz gestärkt und Ihre sozialen wie auch lebenspraktischen Kompetenzen gefördert werden.

Weitere Informationen zum Kompetenztraining finden Sie hier.

Optionale Teilnahme an der Einzelfallstudie

Unabhängig von Ihrer Zugehörigkeit zu Interventions- oder Kontrollgruppe besteht für Sie die Möglichkeit, an einer im Rahmen von PETRA durchgeführten integrativen Einzelfallstudie (INGE) teilzunehmen, die von der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) durchgeführt wird. Die Studie untersucht, ob und wie sich bedeutsame Lebensereignisse auf Ihr Stress- bzw. Immunsystem und damit auch auf Ihre Krankheitsaktivität auswirken. Da sich die Einzelfallstudie unter anderem mit der Auswirkung von psychischer Belastung auf die Krankheitsaktivität beschäftigt, können Sie nur teilnehmen, wenn Sie im Studienzeitraum keine laufende psychiatrische Behandlung durchlaufen. Auch eine bestehende Schwangerschaft schließt Sie leider von der Teilnahme aus.

Die Untersuchungsintervalle der integrativen Einzelfallstudie befinden sich im Monat vor Beginn sowie in einem Ihnen persönlich mitgeteilten Intervall bis zu 12 Monate nach dem Ende des Kompetenztrainings der Hauptstudie. Während dieser Zeitintervalle benötigt die MUI von Ihnen medizinische Untersuchungsdaten sowie Informationen über bedeutsame Lebensereignisse. Hierzu sammeln Sie in gewissen Zeiträumen jeweils Ihren 12-Stunden-Harn und frieren diesen zur Konservierung ein. Zusätzlich werden Sie einmal pro Woche 90 Minuten lang online zu einem für Sie passenden Zeitpunkt von einem Mitarbeiter des Projekts zu den alltäglichen Ereignissen Ihres Lebens interviewt. Parallel hierzu nimmt Ihr Rheumatologe Ihnen wöchentlich Blut zur Auswertung im Labor ab.

Weitere Informationen zur integrativen Einzelfallstudie finden Sie hier.

-----

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankung

Nachdem Ihre Hausärztin Sie über den Ablauf der Studie informiert hat, wird ein Patientenlotse mit Ihnen Kontakt aufnehmen und Sie bei der Terminfindung einer für Sie passenden Gruppe unterstützen. In einem Online-Buchungssystem haben Sie zudem selbst die Möglichkeit, sich in eine Gruppe einzutragen. Sie erhalten dann die Information, wo das Selbstmanagementprogramm stattfindet und wer die Gruppe leiten wird (erfahrene psychologische und/oder ärztliche Psychotherapeuten).

Was sind die Inhalte des Kompetenztrainings?

Bei PETRA finden sich etwa acht bis zwölf Menschen mit rheumatoider Arthritis und Menschen mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zusammen, um gemeinsam mit erfahrenen psychotherapeutisch ausgebildeten Gruppenleitern einen Raum zu schaffen, in dem individuelle  Ressourcen für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben entdeckt werden können. Vielleicht überrascht es Sie ja, dass ein Psychotherapeut Ihnen dabei helfen möchte, besser mit Ihrer Erkrankung umgehen zu können. PETRA hat das Ziel, die Versorgung von Patienten durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern und um eine ganzheitliche Betrachtung zu erweitern, die Körper und Psyche in ihrem Zusammenspiel für die individuelle Krankheitsgeschichte miteinschließt. Das Projekt möchte Sie dabei unterstützen, eine selbstfürsorgliche und kompetente Haltung im Umgang mit sich, dem Körper und Ihrer Erkrankung zu entwickeln und mehr Lebensfreude spüren zu lassen.

In den ersten Gruppenstunden werden Ihnen konkrete Informationen zu gesundheitsrelevanten Fragen und biopsychosozialen Zusammenhängen vorgestellt. Themen wie Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress werden dabei in ihrer Rolle für die Gesundheit betrachtet. Ein weiterer wichtiger Baustein des Gruppenprogramms liegt in der Reflexion der eigenen Gesundheitskompetenz. Durch verschiedene Aktivitäten und Übungen möchten wir Ihr Bewusstsein in diesem Bereich stärken und soziale wie auch lebenspraktische Kompetenzen fördern - Gesundheitsverhalten wird auf diese Weise erfahrbar. PETRA möchte die Gruppenmitglieder dazu befähigen, mehr Einfluss auf die eigene Gesundheit zu nehmen und im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die der Gesundheit zugutekommen. Der Gruppenverband bietet dabei die wertvolle Möglichkeit sich auszutauschen, von den Erfahrungen anderer zu lernen und in einer Atmosphäre von Verständnis und Unterstützung neue Wege der Krankheitsbewältigung auszuprobieren.

Wo findet das Kompetenztraining statt?

Zu Beginn von PETRA stehen nur die Modellregionen fest, in denen das Programm stattfinden wird (siehe Übersicht der Modellregionen). Sobald der genaue Ort der Treffen voraussichtlich Ende Juli bekannt ist, werden Sie von einem Patientenlotsen kontaktiert, der mit Ihnen gemeinsam nach einem Kompetenztraining sucht, das für Sie örtlich und zeitlich infrage kommt.

Wann finden die Trainings statt?

Der Startzeitpunkt der Gruppentermine hängt von der Anzahl der Teilnehmer ab. Sobald sich mindestens acht Mitglieder eingeschrieben haben, kann das erste Treffen festgelegt werden. Zuvor jedoch findet noch ein Gespräch zwischen Ihnen und dem Gruppenleiter statt, in dem Sie einander vor den Gruppentreffen persönlich kennenlernen und Fragebögen zum Ausfüllen erhalten. Das Programm besteht daraufhin aus zwölf zweistündigen Gruppenterminen, die über ein halbes Jahr hinweg alle zwei Wochen abends stattfinden. Im Anschluss daran sind noch drei weitere Treffen in monatlichem Abstand geplant, um das Erfahrene nachwirken zu lassen. Am Ende erhalten Sie von Ihrem Gruppenleiter nochmals Fragebögen, um das Programm zu bewerten.

Die Liste der teilnehmenden Betriebskrankenkassen finden Sie hier.

 

-----

Datenschutz

Um die Wirksamkeit des PETRA-Programms untersuchen (evaluieren) zu können, werden verschiedene personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet. Bei den erhobenen und verarbeiteten Daten handelt es sich um Gesundheitsdaten nach Art. 4 Nr. 15 EU-DSGVO i. V. m. Art. 9 EU-DSGVO.

Die Rechtsgrundlage des Datenumgangs stellen die Einwilligungserklärung für Versicherte mit rheumatoider Arthritis sowie die Einwilligungserklärung für Versicherte mit Herz-Kreislauf-Erkrankung zum Modellvorhaben nach § 64 SGB V in Verbindung mit § 63 Abs. 1 SGB V dar.

Diese wird von Ihnen vor der Teilnahme an dem Projekt PETRA, mithin vor der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung etwaiger Daten im Rahmen des Projektes, unterzeichnet. Sie werden dabei über den Umfang der Datenerhebung, den Verwendungszweck sowie ihre Rechte und Pflichten (Widerruf, Mitwirkungspflichten, etc.) aufgeklärt. Siehe hierzu auch die Information zur Einwilligung für teilnehmende Versicherte mit rheumatoider Arthritis bzw. die Information zur Einwilligung für teilnehmende Versicherte mit chronischer Herz-Kreislauf-Erkrankung

 

Mit dem Gesundheitsprogramm BKK STARKE KIDS bietet die BKK bundesweit eine große Auswahl an exklusiven Gesundheits- und Vorsorgeleistungen für Kinder und Jugendliche. Das Programm geht weit über die Leistungen anderer Kassen hinaus und fördert die gesunde Entwicklung der Kinder.

Nähere Informationen erhalten Sie hier auf www.bkkstarkekids.de

Was versteht man unter hausarztzentrierter Versorgung?

Die hausärztliche Versorgung stellt einen unverzichtbaren Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems dar. Verträge der hausarztzentrierten Versorgung nach § 73b SGB V sind sog. Selektivverträge, die von den Krankenkassen neben den regulären Gesamtverträgen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung abgeschlossen werden. Die hausarztzentrierte Versorgung muss folgenden Anforderungen genügen: strukturierte Qualitätszirkel zur Arzneimitteltherapie, leitliniengerechte Behandlung, Erfüllung der gesetzlichen Fortbildungspflicht, Einführung eines Qualitätsmanagementsystems (§ 73b Abs. 2 SGB V).

Vorrangiges Ziel von Verträgen der hausarztzentrierten Versorgung ist es, flächendeckend eine leitlinienorientierte Versorgungssteuerung durch den Hausarzt und eine darauf basierende Verbesserung der Versorgung der Versicherten sicherzustellen. Dabei übernimmt der Hausarzt als Lotse eine umfassende Koordinierungsaufgabe für seine Patienten, indem er diese als deren erster Ansprechpartner bei allen gesundheitlichen Fragen betreut und durch die verschiedenen Versorgungsebenen begleitet. Die Versicherten, die dieses Versorgungsangebot wählen, verpflichten sich dabei für mindestens ein Jahr, die hausärztliche Versorgung (Notfälle ausgenommen) ausschließlich bei dem von ihnen gewählten Hausarzt in Anspruch zu nehmen und Fachärzte (ausgenommen Augenärzte, Frauenärzte, Kinderärzte) nur auf dessen Überweisung aufzusuchen (Überweisungsgebot). Die Teilnahme der Versicherten ist freiwillig.

Wer sind die Vertragspartner der hausarztzentrierten Versorgung?

Der Vertrag zur Durchführung einer hausarztzentrierten Versorgung gemäß § 73 b Abs. 4 Satz 1 SGB V wurde zum 01.04.2012 zwischen der BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft (VAG) Bayern und der GWQ ServicePlus AG für die beigetretenen Betriebskrankenkassen sowie dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) in Kooperation mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft (HÄVG) als Erfüllungsgehilfe geschlossen. 

Wie können Sie als Hausarzt Vertragspartner der Betriebskrankenkassen werden?

Hausärzte gemäß § 73 Abs. 1a SGB V können ihren Beitritt zum o.g. Vertrag gegenüber dem Hausärzteverband durch Abgabe einer Teilnahmeerklärung beantragen. Bei Vorliegen der Teilnahmevoraussetzungen wird die Teilnahme bestätigt. 

Weitere Informationen finden Sie auf www.hausaerzte-bayern.de.

Der BKK Landesverband Bayern hat bislang fünf Projekte in den Innovationsfonds eingereicht. Es spricht für die Qualität der vorgelegten Forschungs- und Versorgungsvorhaben, dass auch alle fünf Projekte vom Gemeinsamen Bundesausschuss positiv beschieden wurden. 

Hier geht es zur Projektübersicht.

Darmkrebs ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung und auch die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Immer mehr jüngere Menschen erkranken an Darmkrebs: Jede zehnte Neuerkrankungen wird in Deutschland bei unter 55-Jährigen entdeckt. Besonders gefährdet sind Menschen, in deren Familien Darmkrebs vermehrt auftritt. 

In Deutschland steht gesetzlich Versicherten jedoch erst ab dem Alter von 50 Jahren der Test auf Blut im Stuhl und ab dem Alter von 55 Jahren die Darmspiegelung (Koloskopie) als Krebsfrüherkennungsmaßnahmen zur Verfügung. Das ist oft zu spät!  

Seit dem 01.10.2018 gibt es exklusiv in Bayern ein Projekt, durch das Versicherte mit einem familiären Darmkrebsrisiko schon im Alter von 25 Jahren Vorsorgeleistungen kostenfrei in Anspruch nehmen können. Das Projekt heißt FARKOR, was für „Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom“ steht – oder einfacher ausgedrückt: Vorsorge bei familiärem Darmkrebsrisiko. 

Viele Betriebskrankenkassen sind an diesem Projekt beteiligt und übernehmen die Kosten für die Darmkrebs-Vorsorge. Das ist bundesweit einzigartig!

Unter dem Slogan „Darmkrebs in der Familie? Sprich drüber!“ sollen Versicherte zwischen 25 und 49 Jahren mit ihrem behandelnden Arzt über Darmkrebs in der Familie sprechen. Beteiligen können sich Gynäkologen, Urologen, Onkologen, Hautärzte, Gastroenterologen und fachärztliche Internisten. 

Ziel des Projekts ist es, Versicherte mit einem familiär erhöhten Darmkrebsrisiko in Bayern bereits früh zu identifizieren. Dadurch soll familiär mit Darmkrebs belasteten Menschen eine risikoangepasste Darmkrebsvorsorge angeboten und die Sterblichkeit von Darmkrebs bei den unter 50-Jährigen gesenkt werden. 

Das Projekt wird wissenschaftlich vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU München begleitet und wird erstmals fundierte Daten über diese Zielgruppe und die Inanspruchnahme risikoangepasster Früherkennungsmaßnahmen liefern. Eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse wird darüber hinaus zeigen, ob dadurch insgesamt auch Kosten gespart werden können. Das Konzept ist so angelegt, dass es nach einem erfolgreichen Abschluss im Jahr 2020 in die Regelversorgung übernommen werden kann. Das Projekt wird aus Mitteln des Innovationsfonds für drei Jahre gefördert (Förderkennzeichen 01NVF17026).

Informationen zum Thema Darmkrebs in der Familie und dem Projekt FARKOR finden Sie unter www.darmkrebs-in-der-familie.de oder auf www.kvb.de

Schirmherrschaft:
Ministerin Melanie Huml, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Konsortialführer:
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)

Konsortialpartner:

  • Felix Burda Stiftung
  • BKK Landesverband Bayern
  • AOK Bayern
  • Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
  • Techniker Krankenkasse
  • BARMER
  • DAK-Gesundheit
  • KNAPPSCHAFT
  • Institut für Medizinische Informationsverarbeitung
  • Biometrie und Epidemiologie (IBE) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
  • Private Universität für Gesundheitswissenschaften
  • Medizinische Informatik und Technik GmbH (UMIT) Hall in Tirol

Kooperationspartner:

  • Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
  • Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH)
  • Deutsche Gesellschaft für Pathologie (dgp)
  • Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine gemeinsam von Patient und Arzt verantwortete, verhandelte und individuell abgestimmte medizinische Behandlung – sogenannte Partizipative Entscheidungsfindung – den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. Damit dies ermöglicht wird, müssen insbesondere die Patienten in die Lage versetzt werden, eine solche Entscheidung gut informiert zu treffen. 

Patienten informieren sich immer häufiger selbst über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten, etwa im Internet. Jedoch ist die eigene Recherche der Patienten bei Ärzten umstritten, da Selbstinformation verwirren kann und unseriöse Gesundheitsinformationen nicht leicht zu erkennen sind.

Mit dem Innovationsfonds-Projekt GAP (Gut informierte Kommunikation zwischen Arzt und Patient) soll eine neue Versorgungsform in Bayern erprobt werden. Am Beispiel zur Behandlung von Rückenschmerz, werden Ärzten und Patienten über ein online Rückenschmerzportal deutschsprachige Materialien zur Verfügung gestellt, die nationale und internationale Informationen auf Basis der neuesten Entwicklung zum Thema bündeln. Diese Informationen sind evidenzbasiert, aktuell und unabhängig. Weil die Informationen in laienverständlicher Sprache aufbereitet werden, sind sie direkt im Arzt-Patienten-Gespräch einsetzbar.

Welchen Einfluss diese Gesundheitsinformationen auf die Arzt-Patienten-Kommunikation haben, soll mit Hilfe einer Fragebogenbefragung der teilnehmenden Hausärzte und Patienten untersucht werden. Primäres Evaluationsziel ist es, die Informiertheit der Hausärzte und der Patienten zu erfassen. Hierbei sollen Nutzen und Risiken des Online-Portals mit der bisherigen Konsultationspraxis bei Patienten mit Rückenschmerzen verglichen werden. Zudem sollen im Rahmen einer gesundheitsökonomischen Analyse die Kosten der rückenschmerzbezogenen, ambulanten und stationären Inanspruchnahme des Gesundheitsversorgungssystems sowie die Kostendaten für die Arbeitsunfähigkeit betrachtet werden.

Das Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (Förderkennzeichen 01NVF17010) über einen Zeitraum von 3 Jahren (bis 30.09.2020) gefördert mit dem Ziel, positive Ergebnisse in die Regelversorgung zu überführen.

Konsortialführer:
Cochrane Deutschland Stiftung.

Konsortialpartner:

  • BKK Landesverband Bayern
  • Universitätsklinikum Freiburg
  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Allgemeinmedizinisches Institut am Universitätsklinikum Erlangen
  • TU Dortmund