Neue Wege in der Versorgung

Wenn es darum geht, die Versorgung der Versicherten zu verbessern und nachweislich gute Behandlungsalternativen in den Versorgungsalltag zu bringen, sind die Betriebskrankenkassen ganz vorne dabei.

Mit dem Gesundheitsprogramm BKK STARKE KIDS bietet die BKK bundesweit eine große Auswahl an exklusiven Gesundheits- und Vorsorgeleistungen für Kinder und Jugendliche. Das Programm geht weit über die Leistungen anderer Kassen hinaus und fördert die gesunde Entwicklung der Kinder.

Nähere Informationen erhalten Sie hier auf www.bkkstarkekids.de

Was versteht man unter hausarztzentrierter Versorgung?

Die hausärztliche Versorgung stellt einen unverzichtbaren Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems dar. Verträge der hausarztzentrierten Versorgung nach § 73b SGB V sind sog. Selektivverträge, die von den Krankenkassen neben den regulären Gesamtverträgen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung abgeschlossen werden. Die hausarztzentrierte Versorgung muss folgenden Anforderungen genügen: strukturierte Qualitätszirkel zur Arzneimitteltherapie, leitliniengerechte Behandlung, Erfüllung der gesetzlichen Fortbildungspflicht, Einführung eines Qualitätsmanagementsystems (§ 73b Abs. 2 SGB V).

Vorrangiges Ziel von Verträgen der hausarztzentrierten Versorgung ist es, flächendeckend eine leitlinienorientierte Versorgungssteuerung durch den Hausarzt und eine darauf basierende Verbesserung der Versorgung der Versicherten sicherzustellen. Dabei übernimmt der Hausarzt als Lotse eine umfassende Koordinierungsaufgabe für seine Patienten, indem er diese als deren erster Ansprechpartner bei allen gesundheitlichen Fragen betreut und durch die verschiedenen Versorgungsebenen begleitet. Die Versicherten, die dieses Versorgungsangebot wählen, verpflichten sich dabei für mindestens ein Jahr, die hausärztliche Versorgung (Notfälle ausgenommen) ausschließlich bei dem von ihnen gewählten Hausarzt in Anspruch zu nehmen und Fachärzte (ausgenommen Augenärzte, Frauenärzte, Kinderärzte) nur auf dessen Überweisung aufzusuchen (Überweisungsgebot). Die Teilnahme der Versicherten ist freiwillig.

Wer sind die Vertragspartner der hausarztzentrierten Versorgung?

Der Vertrag zur Durchführung einer hausarztzentrierten Versorgung gemäß § 73 b Abs. 4 Satz 1 SGB V wurde zum 01.04.2012 zwischen der BKK Vertragsarbeitsgemeinschaft (VAG) Bayern und der GWQ ServicePlus AG für die beigetretenen Betriebskrankenkassen sowie dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) in Kooperation mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft (HÄVG) als Erfüllungsgehilfe geschlossen. 

Wie können Sie als Hausarzt Vertragspartner der Betriebskrankenkassen werden?

Hausärzte gemäß § 73 Abs. 1a SGB V können ihren Beitritt zum o.g. Vertrag gegenüber dem Hausärzteverband durch Abgabe einer Teilnahmeerklärung beantragen. Bei Vorliegen der Teilnahmevoraussetzungen wird die Teilnahme bestätigt. 

Weitere Informationen finden Sie auf www.hausaerzte-bayern.de.

Der BKK Landesverband Bayern hat bislang fünf Projekte in den Innovationsfonds eingereicht. Es spricht für die Qualität der vorgelegten Forschungs- und Versorgungsvorhaben, dass auch alle fünf Projekte vom Gemeinsamen Bundesausschuss positiv beschieden wurden. 

Hier geht es zur Projektübersicht.

Darmkrebs ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung und auch die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Immer mehr jüngere Menschen erkranken an Darmkrebs: Jede zehnte Neuerkrankungen wird in Deutschland bei unter 55-Jährigen entdeckt. Besonders gefährdet sind Menschen, in deren Familien Darmkrebs vermehrt auftritt. 

In Deutschland steht gesetzlich Versicherten jedoch erst ab dem Alter von 50 Jahren der Test auf Blut im Stuhl und ab dem Alter von 55 Jahren die Darmspiegelung (Koloskopie) als Krebsfrüherkennungsmaßnahmen zur Verfügung. Das ist oft zu spät!  

Seit dem 01.10.2018 gibt es exklusiv in Bayern ein Projekt, durch das Versicherte mit einem familiären Darmkrebsrisiko schon im Alter von 25 Jahren Vorsorgeleistungen kostenfrei in Anspruch nehmen können. Das Projekt heißt FARKOR, was für „Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom“ steht – oder einfacher ausgedrückt: Vorsorge bei familiärem Darmkrebsrisiko. 

Viele Betriebskrankenkassen sind an diesem Projekt beteiligt und übernehmen die Kosten für die Darmkrebs-Vorsorge. Das ist bundesweit einzigartig!

Unter dem Slogan „Darmkrebs in der Familie? Sprich drüber!“ sollen Versicherte zwischen 25 und 49 Jahren mit ihrem behandelnden Arzt über Darmkrebs in der Familie sprechen. Beteiligen können sich Gynäkologen, Urologen, Onkologen, Hautärzte, Gastroenterologen und fachärztliche Internisten. 

Ziel des Projekts ist es, Versicherte mit einem familiär erhöhten Darmkrebsrisiko in Bayern bereits früh zu identifizieren. Dadurch soll familiär mit Darmkrebs belasteten Menschen eine risikoangepasste Darmkrebsvorsorge angeboten und die Sterblichkeit von Darmkrebs bei den unter 50-Jährigen gesenkt werden. 

Das Projekt wird wissenschaftlich vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU München begleitet und wird erstmals fundierte Daten über diese Zielgruppe und die Inanspruchnahme risikoangepasster Früherkennungsmaßnahmen liefern. Eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse wird darüber hinaus zeigen, ob dadurch insgesamt auch Kosten gespart werden können. Das Konzept ist so angelegt, dass es nach einem erfolgreichen Abschluss im Jahr 2020 in die Regelversorgung übernommen werden kann. Das Projekt wird aus Mitteln des Innovationsfonds für drei Jahre gefördert (Förderkennzeichen 01NVF17026).

Informationen zum Thema Darmkrebs in der Familie und dem Projekt FARKOR finden Sie unter www.darmkrebs-in-der-familie.de oder auf www.kvb.de

Schirmherrschaft:
Ministerin Melanie Huml, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Konsortialführer:
Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)

Konsortialpartner:

  • Felix Burda Stiftung
  • BKK Landesverband Bayern
  • AOK Bayern
  • Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
  • Techniker Krankenkasse
  • BARMER
  • DAK-Gesundheit
  • KNAPPSCHAFT
  • Institut für Medizinische Informationsverarbeitung
  • Biometrie und Epidemiologie (IBE) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
  • Private Universität für Gesundheitswissenschaften
  • Medizinische Informatik und Technik GmbH (UMIT) Hall in Tirol

Kooperationspartner:

  • Netzwerk gegen Darmkrebs e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
  • Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH)
  • Deutsche Gesellschaft für Pathologie (dgp)
  • Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine gemeinsam von Patient und Arzt verantwortete, verhandelte und individuell abgestimmte medizinische Behandlung – sogenannte Partizipative Entscheidungsfindung – den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. Damit dies ermöglicht wird, müssen insbesondere die Patienten in die Lage versetzt werden, eine solche Entscheidung gut informiert zu treffen. 

Patienten informieren sich immer häufiger selbst über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten, etwa im Internet. Jedoch ist die eigene Recherche der Patienten bei Ärzten umstritten, da Selbstinformation verwirren kann und unseriöse Gesundheitsinformationen nicht leicht zu erkennen sind.

Mit dem Innovationsfonds-Projekt GAP (Gut informierte Kommunikation zwischen Arzt und Patient) soll eine neue Versorgungsform in Bayern erprobt werden. Am Beispiel zur Behandlung von Rückenschmerz, werden Ärzten und Patienten über ein online Rückenschmerzportal deutschsprachige Materialien zur Verfügung gestellt, die nationale und internationale Informationen auf Basis der neuesten Entwicklung zum Thema bündeln. Diese Informationen sind evidenzbasiert, aktuell und unabhängig. Weil die Informationen in laienverständlicher Sprache aufbereitet werden, sind sie direkt im Arzt-Patienten-Gespräch einsetzbar.

Welchen Einfluss diese Gesundheitsinformationen auf die Arzt-Patienten-Kommunikation haben, soll mit Hilfe einer Fragebogenbefragung der teilnehmenden Hausärzte und Patienten untersucht werden. Primäres Evaluationsziel ist es, die Informiertheit der Hausärzte und der Patienten zu erfassen. Hierbei sollen Nutzen und Risiken des Online-Portals mit der bisherigen Konsultationspraxis bei Patienten mit Rückenschmerzen verglichen werden. Zudem sollen im Rahmen einer gesundheitsökonomischen Analyse die Kosten der rückenschmerzbezogenen, ambulanten und stationären Inanspruchnahme des Gesundheitsversorgungssystems sowie die Kostendaten für die Arbeitsunfähigkeit betrachtet werden.

Das Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (Förderkennzeichen 01NVF17010) über einen Zeitraum von 3 Jahren (bis 30.09.2020) gefördert mit dem Ziel, positive Ergebnisse in die Regelversorgung zu überführen.

Konsortialführer:
Cochrane Deutschland Stiftung.

Konsortialpartner:

  • BKK Landesverband Bayern
  • Universitätsklinikum Freiburg
  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Allgemeinmedizinisches Institut am Universitätsklinikum Erlangen
  • TU Dortmund

Wir alle kennen die Aussprüche, wie etwas „schlägt auf den Magen“, „bricht mir das Herz“ oder „verursacht einen dicken Hals.“ Hinter den offensichtlichen Magen-, Herz- oder Halsbeschwerden stecken oft tiefergreifende Ursachen. Denn negative, also belastende Stressoren, schlagen nicht nur auf unsere Psyche, sondern über kurz oder lang auch auf unseren Körper. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen wird der Zusammenhang von Stress und Krankheit deutlich, den der junge Wissenschaftszweig der Psychoneuroimmunologie (PNI) aufzeigt. Die Betriebskrankenkassen suchen in Bayern von Rheuma Betroffene, die sich an einem Modellprojekt beteiligen möchten.

Trotz enormer Fortschritte in der Medizin ist viel Wissen über den Zusammenhang von Körper und Psyche im Medizinalltag verloren gegangen. Mit dem Forschungszweig der PNI wird diese Wechselbeziehung aufgegriffen und im Sinne einer Neuausrichtung der Medizin beleuchtet. Wir wissen heute, dass das Einwirken von Stressoren auf die Psyche zu immunologischen Veränderungen führt und umgekehrt immunologische Veränderungen, beispielsweise chronische Entzündungen, auf die Psyche einwirken. Die Erforschung dieser bio-psycho-sozialen Interaktionen ist neuartig und wird auf längere Sicht auch die Gesundheitsversorgung in Deutschland revolutionieren, sind die Betriebskrankenkassen überzeugt. So kann der einzelne Mensch ursächlich viel mehr für seine Gesundheit tun, als ihm selbst und auch vielen Ärzten derzeit bekannt ist.

Die Erkenntnisse der PNI müssen aber auch in den Arztpraxen ankommen. Die Betriebskrankenkassen unterstützen in Bayern deshalb aktuell ein Modellvorhaben, das eine Brücke von den psychoneuroimmunologischen Erkenntnissen in den Versorgungsalltag schlagen soll. Am Beispiel von chronisch kranken Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis gilt es zu untersuchen, wie man mit einem Selbstmanagementprogramm Gesundheitskompetenz fördern kann, sich der Umgang mit Stress verbessern lässt und sich somit die Krankheitssymptome lindern lassen.

Die Studienteilnehmer sollen lernen, ihre emotionalen und sozialen Problemlöse- und Selbstkompetenzen zu stärken. Denn bestimmte Gefühle können eine konstruktive Krankheitsbewältigung behindern. Die Teilnehmer des Modellvorhabens erfahren, wie sie selbstbestimmt und gesundheitsfördernd ihre Gefühlswelt neu ausrichten können. Schließlich sollen chronischer Stress und daraus resultierende chronische Entzündungsprozesse im Körper sowie Krankheitssymptome verringert und günstigere Krankheitsverläufe gefördert werden. Das Modellvorhaben wird wissenschaftlich von Rheumatologen, Psychotherapeuten und anderen Experten begleitet und aus Mitteln des bundesweiten Innovationsfonds getragen (Projekt PETRA, Förderkennzeichen 01NVF17045).

Apropos: Viele Anregungen zu Selbstheilungskräften und zum Verständnis der PNI sind nachzulesen auf www.bkk-starkundpositiv.de.

Kontakt

Cathleen Wenning-Weber

Telefon: +49 89 74579-160