PETRA 2.0 – Personalisierte Therapie bei Rheumatoider Arthritis

PETRA 2.0 – Personalisierte Therapie bei Rheumatoider Arthritis basierend auf dem Modell der Psychoneuroimmunologie ist ein Innovationsfondsprojekt und wird als wissenschaftliche Studie durchgeführt. Die bestehende Therapie von Menschen, die an Rheumatoider Arthritis erkrankt sind, soll dabei durch ein neunmonatiges gruppenbasiertes Kompetenztraining ergänzt werden, das auf Erkenntnissen der Psychoneuroimmunologie (PNI) aufbaut.

PETRA 2.0 richtet sich an Erwachsene mit rheumatoider Arthritis, die bei einer teilnehmenden BKK oder der AOK Bayern versichert und bei einer teilnehmenden rheumatologischen Praxis in Bayern in Behandlung sind. Es werden von Rheuma Betroffene gesucht, die sich als Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer beteiligen möchten.

Detaillierte Informationen zum Studienablauf finden Sie in der PETRA 2.0 Information für Patienteninnen und Patienten.

Wissenschaftlicher Ansatz Psychoneuroimmunologie

Der Ansatz von PETRA 2.0 basiert auf dem wissenschaftlichen Modell der Psychoneuroimmunologie (PNI), einem interdisziplinären und innovativen Forschungsgebiet, welches sich mit den Zusammenhängen zwischen Psyche, Nerven- und Immunsystem beschäftigt. Im Kern geht es dabei um das Zusammenspiel zwischen Psyche und Körper.

Im Volksmund ist dies längst bekannt: So, wie einem „etwas schwer im Magen liegen“ oder auch „ein Stein vom Herzen fallen“ kann, haben vielleicht auch Sie bemerkt, dass sich Ihr körperliches Befinden verbessert, wenn es Ihnen seelisch gut geht oder Sie etwas Schönes erlebt haben.

Die PNI kann nachweisen, dass eine Stressreaktion des Körpers sich direkt auf das Immunsystem auswirken kann, also auch auf den Krankheitsverlauf Ihrer Rheumatoiden Arthritis. Beschwerden wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind also immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen Alltags(er)leben der Betroffenen zu sehen. Hier setzt das innovative Versorgungsangebot von PETRA 2.0 an und will zeigen, dass neben Medikamenten oder verschiedenen Therapieverfahren auch ganz persönliche Faktoren auf den Verlauf Ihrer Erkrankung einwirken.

Vor diesem Hintergrund führt die PNI zum Aufbruch in eine neue Medizin, in der sie das bisherige biomedizinische Paradigma erweitern möchte. Am Horizont des Aufbruchs steht demnach eine Medizin, in der es wieder mehr um den Menschen geht, um Kultur, Beziehung, Prozess und Bedeutung – kurz: um unser Leben.

Forschungsprojekt des Gesundheitswesens

Die Studie PETRA 2.0 wird als Modellvorhaben nach § 64 SGB V i.V.m. § 63 Abs. 1 SGB V im Rahmen eines Innovationsfondsprojekts mit Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung zur Förderung von neuen Versorgungsformen vom Gemeinsamen Bundesausschuss über einen Zeitraum von 3,5 Jahren gefördert. Das Förderkennzeichen lautet 01NVF20024.

PETRA 2.0 wird vom BKK Landesverband Bayern, handelnd für die teilnehmenden BKK, in Kooperation mit der AOK Bayern – die Gesundheitskasse, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, der DPtV Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V. Landesgruppe Bayern, der Universität Regensburg, der Medizinischen Universität Innsbruck, der BDRh (Bundesverband Deutscher Rheumatologen) Service GmbH und dem Berufsverband der Präventologen e.V. durchgeführt. Das Projekt wird u.a. durch die Kooperationspartner Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V., Deutsche Rheuma-Liga, Landesverband Bayern e.V. und den Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. unterstützt.

Ziel ist es, das neue Angebot in die Regelversorgung zu überführen und damit allen betroffenen Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stellen, sofern die Ergebnisse im Rahmen des Projekts positiv sind. Aus diesem Grund sollen mit wissenschaftlichen Untersuchungen die Effekte der Kompetenztrainings PETRA 2.0 bewertet werden. Im Zentrum stehen hierbei das körperliche und psychische Befinden der Patientinnen und Patienten sowie die Beurteilung des Behandlungsaufwandes.

Ziel ist es, die Versorgung von chronisch Erkrankten durch das Zusammenwirken medizinischer und psychologischer Disziplinen zu verbessern und die Patientin und den Patienten ganzheitlich zu behandeln. Sie sollen neben der medizinischen Versorgung eine Möglichkeit erhalten, Ihre Gesundheits- und Lebenskompetenz zu fördern und damit Ihren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Kompetenztrainings

Als Teilnehmer der Interventionsgruppe haben Sie die einmalige Möglichkeit, kostenlos an der neuen Versorgungsform der Kompetenztrainings PETRA 2.0 teilzunehmen, die noch nicht über die übliche Regelversorgung zugänglich ist.

Mit Hilfe von Experten aus den Bereichen Medizin und Psychologie wurde ein Gruppenprogramm entwickelt. Es handelt sich um ein neunmonatiges, durch Psychotherapeuten geführtes gruppenbasiertes Kompetenztraining mit Nachhaltigkeitsphase. Basierend auf der Psychoneuroimmunologie wurden insgesamt fünfzehn Module entwickelt, die sich auf unterschiedliche Aspekte des täglichen Lebens fokussieren. Sie erhalten die Möglichkeit, eine selbstfürsorgliche und kompetente Haltung im Umgang mit sich, Ihrem Körper und der Erkrankung zu entwickeln. Zudem bekommen Sie die Chance, Ihr persönliches Potential für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu entwickeln. Sie erhalten dazu auf Ihre Erkrankung zugeschnittene Informationen zu Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress. Zudem lernen Sie im Austausch mit anderen Betroffenen, Gefühle wahrzunehmen und zu steuern, Stress abzubauen und feinfühlig mit sich selbst umzugehen.

Ganz im Sinne der Psychoneuroimmunologie erwarten wir, dass auf diesem Weg langfristig psychischen Begleiterkrankungen vorgebeugt wird, Krankheitssymptome gelindert werden und die Lebensqualität nachhaltig positiv beeinflussbar wird.

Wenn alle folgenden Teilnahmevoraussetzungen auf Sie zutreffen, können Sie am Projekt PETRA 2.0 teilnehmen:

Bitte sprechen Sie zur Einschreibung Ihre Rheumatologin oder Ihren Rheumatologen an. Eine aktuelle Liste der teilnehmenden rheumatologischen Praxen finden Sie bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Sie erhalten in der Praxis eine Patienteninformation und Einwilligungserklärung, mit der Sie sich in die Studie einschreiben können, sowie Informationen über den weiteren Ablauf.

Teilnehmende Krankenkassen

Folgende Betriebskrankenkassen sowie die AOK Bayern bieten ihren Versicherten die Teilnahme an PETRA 2.0 an:

BKK 24
Audi BKK
BKK Akzo Nobel Bayern
BKK B. Braun Aesculap
BKK Faber-Castell & Partner
BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER
BKK Linde
BKK MAHLE
BKK Miele
BKK Pfalz
BKK ProVita
BKK Rieker.Ricosta.Weisser

BKK STADT AUGSBURG
BKK Technoform
BKK Textilgruppe Hof
BKK VBU
BKK VDN
BKK VerbundPlus
BKK Werra-Meissner
BKK WIRTSCHAFT & FINANZEN
BKK ZF & Partner
BMW BKK
Continentale BKK
Debeka BKK
DIE BERGISCHE KRANKENKASSE

energie-BKK
Koenig & Bauer BKK
Krones BKK
mhplus BKK
Mobil Betriebskrankenkasse
Novitas BKK
pronova BKK
R+V BKK
Salus BKK
SECURVITA BKK
VIACTIV Krankenkasse
vivida bkk
WMF Betriebskrankenkasse


Die teilnehmenden Betriebskrankenkassen können Sie auch der Liste der BKK entnehmen.

Modellregionen

In folgenden Stadt- und Landkreisen Bayerns finden die Gruppensitzungen der Kompetenztrainings statt (in alphabetischer Reihenfolge):

 
  • Aichach-Friedberg (Landkreis)
  • Altötting (Landkreis)
  • Amberg (Stadtkreis)
  • Amberg-Sulzbach (Landkreis)
  • Augsburg (Stadt- und Landkreis)
  • Bad Kissingen (Landkreis)
  • Bad Tölz – Wolfratshausen (Landkreis)
  • Coburg (Stadt- und Landkreis)
  • Dachau (Landkreis)
  • Deggendorf (Landkreis)
  • Eichstätt (Landkreis)
  • Erding (Landkreis)
  • Erlangen (Stadtkreis)
  • Erlangen-Höchstadt (Landkreis)
  • Forchheim (Landkreis)
 
 
  • Freising (Landkreis)
  • Fürstenfeldbruck (Landkreis)
  • Fürth (Stadt- und Landkreis)
  • Ingolstadt (Stadtkreis)
  • Kelheim (Landkreis)
  • Kempten (Stadtkreis)
  • Kronach (Landkreis)
  • Landsberg am Lech (Landkreis)
  • Lichtenfels (Landkreis)
  • Main-Spessart (Landkreis)
  • Miesbach (Landkreis)
  • Mühldorf am Inn (Landkreis)
  • München (Stadt- und Landkreis)
  • Neuburg-Schrobenhausen (Landkreis)
  • Neustadt an der Aisch (Landkreis)
 
 
  • Nürnberg (Stadtkreis)
  • Nürnberger Land (Landkreis)
  • Oberallgäu (Landkreis)
  • Passau (Stadt- und Landkreis)
  • Pfaffenhofen a. d. Ilm (Landkreis)
  • Regen (Landkreis)
  • Regensburg (Stadt- und Landkreis)
  • Rosenheim (Stadt- und Landkreis)
  • Rottal-Inn (Landkreis)
  • Schweinfurt (Stadt- und Landkreis)
  • Starnberg (Landkreis)
  • Traunstein (Landkreis)
  • Würzburg (Stadt- und Landkreis)
 


Siehe auch die Übersichtskarte der Modellregionen.

Aufgrund des Studiendesigns müssen Daten von Personen, die das Kompetenztraining durchlaufen haben (Interventionsgruppe) mit solchen verglichen werden, die nicht daran teilgenommen haben (Kontrollgruppe). Nur so kann die Wirksamkeit des PETRA 2.0-Programms nach wissenschaftlichen Standards bewertet werden. Die eine Hälfte aller teilnehmenden Patientinnen und Patienten wird deshalb der Interventionsgruppe zugeordnet, die andere Hälfte der Kontrollgruppe. Welcher Gruppe Sie zugeteilt werden, wird anhand eines Randomisierungsverfahrens zufällig (Chance 50:50) festgelegt. Unser Patientenlotse wird Sie nach Ihrer Einschreibung informieren, in welche Gruppe Sie gelost wurden. Nur als Teilnehmerin oder Teilnehmer der Interventionsgruppe nehmen Sie an einem PETRA 2.0-Kompetenztraining teil.
 
Als Teilnehmerin oder Teilnehmer der Kontrollgruppe erhalten Sie die engmaschige Betreuung in Ihrer rheumatologischen Praxis. Wie auch in der Interventionsgruppe werden regelmäßig Ihre Laborwerte kontrolliert und Ihr psychisches Befinden mit Fragebögen abgefragt. Zusätzlich erhalten Sie am Ende der Studie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von EUR 260,00. Die Auszahlung erfolgt anteilig, wenn Sie ggf. nicht alle neun Termine wahrgenommen haben.

Zudem wird Patientinnen und Patienten aus der Kontrollgruppe nach Ende des Projekts ein Kompaktseminar angeboten, in dem die wesentlichen Inhalte der Kompetenztrainings vorgestellt werden. Die Anfrage nach einem entsprechenden Angebot können Sie per Mail an info@projektpetra.de bzw. beim Patientenlotsen stellen.

Medizinische Untersuchungen in der rheumatologischen Praxis (Interventions- und Kontrollgruppe)

Sowohl als Teilnehmerin oder Teilnehmer der Interventions- als auch der Kontrollgruppe nehmen Sie an der Studie PETRA 2.0 ca. 18 Monate lang teil.
 
Sie haben nach dem Einführungsgespräch insgesamt 9 regelmäßige Untersuchungstermine im Abstand von 6 bis 12 Wochen in Ihrer behandelnden rheumatologischen Praxis, wodurch Sie eine engmaschige fachärztliche Betreuung erhalten. Bei diesen Untersuchungsterminen werden Ihnen Blut und Speichel abgenommen. Sie bekommen zudem bei jedem Termin 7-9 medizinische und psychologische Fragebögen in Papier bzw. elektronischer Form zum Ausfüllen vorgelegt. In den Fragebögen werden Ihnen Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand (z.B. zu Schmerzen und krankheitsbedingten Einschränkungen im Alltag), zu Sport und Entspannung, zu Ihrer Schlafqualität und zu Ihren Gefühlen und Stimmungen gestellt.

Diese Erhebungen finden zusätzlich zu ihrer bisherigen Versorgung (medikamentösen und ggf. physikalischen Therapie) statt.

Vertiefte Informationen zur den Untersuchungen in der Rheumatologiepraxis und bei der Gruppenleitung finden Sie hier.

Kompetenztrainings (nur Interventionsgruppe)

Falls Sie der Interventionsgruppe angehören, nehmen Sie parallel zu Ihren Kontrollterminen in der rheumatologischen Praxis am Kompetenztraining PETRA 2.0 teil. Der Patientenlotse oder die -Lotsin, die die Bildung der Gruppen koordiniert, setzt sich mit Ihnen in Verbindung, um mit Ihnen gemeinsam nach einem Kompetenztraining zu suchen, das für Sie örtlich und zeitlich infrage kommt. Die Gruppen müssen sich zunächst nach und nach je nach Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie deren zeitlichen Präferenzen in den einzelnen Modellregionen bilden. Auch der Startzeitpunkt der Gruppentermine hängt von der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Ihrer Region ab. Sobald sich mindestens sechs Personen in einer Gruppe gefunden haben, kann das erste Treffen mit der Gruppenleitung festgelegt werden. Sobald eine für Sie passende Gruppe zustande gekommen ist, erfahren Sie von Ihrer Patientenlotsin oder Ihrem Lotsen, an welchem Ort Ihr Kompetenztraining stattfindet und wer die Gruppe leiten wird. Zur Durchführung der Kompetenztrainings wurden erfahrene psychologische und / oder ärztliche Psychotherapeutinnen und -Therapeuten für PETRA 2.0 geschult.
 
Zunächst lädt Ihre Gruppenleitung Sie zu einem Kennenlerngespräch als Einzeltermin ein, in dem Sie einander vor den Gruppentreffen persönlich kennenlernen. Dann startet Ihr Kompetenztraining PETRA 2.0 in einem Gruppenverband mit weiteren fünf bis sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Es ist in drei Phasen eingeteilt und besteht aus zwölf zweistündigen Gruppenterminen, die über ein halbes Jahr hinweg alle zwei Wochen abends stattfinden. Im Anschluss daran sind noch drei weitere Treffen in monatlichem Abstand geplant, um das Erfahrene nachwirken zu lassen. Auch im Rahmen der Kompetenztrainings füllen Sie beim Vorgespräch und am Ende insgesamt einen weiteren Fragebogen, u.a. zum Umgang mit Stress und Belastung, aus. Bei Abschluss werden Sie gebeten, das Kompetenztraining zu bewerten. Vertiefende Informationen zum Kompetenztraining finden Sie hier.

Der gesamte Studienablauf ist detailliert in der Information PETRA 2.0 für Patientinnen und Patienten beschrieben. Die Rheuma-Patientin Ana S., die in der Interventionsgruppe am bereits abgeschlossenen Vorprojekt PETRA teilgenommen hat, schildert in einem Erfahrungsbericht, wie sie PETRA erlebt hat.

Das Kompetenztraining verläuft stets zeitlich parallel zu Ihren medizinischen Untersuchungsterminen in der rheumatologischen Praxis. Es ist in drei Phasen eingeteilt: Informationsphase, Offene Phase und Nachhaltigkeitsphase. Inhaltliche Themen sind unter anderem Ernährung, Bewegung, Schlaf und Entspannung in ihrer Rolle für die Gesundheit. Außerdem lernen Sie, Emotionen wie Angst, Ärger, Wut sowie mit Depressionen, Zweifel oder Überdruss nicht hilflos ausgesetzt zu sein. Darüber hinaus bieten Ihnen die Gruppensitzungen der Kompetenztrainings PETRA 2.0 die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und Perspektiven zu erarbeiten, die Ihnen im alltäglichen Leben mit der Erkrankung helfen können. Sie lernen auch, wie Sie gut für sich selbst sorgen, Stress abbauen und sich auch von anderen Unterstützung holen können.

Durch verschiedene Aktivitäten, Gespräche und Übungen soll Ihre Selbstwirksamkeit erlebbar gemacht werden, Ihre Gesundheitskompetenz gestärkt und Ihre Lebensqualität gesteigert werden.

Vertiefende Informationen zum Kompetenztraining finden Sie hier.

Unabhängig von Ihrer Zugehörigkeit zur Interventions- oder Kontrollgruppe besteht für Sie die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis zusätzlich an einer im Rahmen von PETRA 2.0 durchgeführten integrativen Einzelfallstudie (INGE)  teilzunehmen, die von der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) durchgeführt wird. Die Studie untersucht, ob und wie sich bedeutsame Lebensereignisse auf Ihr Stress- bzw. Immunsystem und damit auch auf Ihre Krankheitsaktivität auswirken. Da sich die Einzelfallstudie unter anderem mit der Auswirkung von psychischer Belastung auf die Krankheitsaktivität beschäftigt, können Sie nur teilnehmen, wenn Sie im Studienzeitraum keine laufende psychiatrische Behandlung durchlaufen. Auch eine bestehende Schwangerschaft schließt Sie leider von der Teilnahme aus.

Die Untersuchungsintervalle der integrativen Einzelfallstudie befinden sich vor Beginn sowie in einem Ihnen persönlich mitgeteilten Intervall bis zu 12 Monate nach dem Ende des Kompetenztrainings der Hauptstudie. Während dieser Zeitintervalle benötigt die MUI von Ihnen medizinische Untersuchungsdaten sowie Informationen über bedeutsame Lebensereignisse. Hierzu sammeln Sie in gewissen Zeiträumen jeweils Ihren 12-Stunden-Harn und frieren diesen zur Konservierung ein. Zusätzlich werden Sie einmal pro Woche 90 Minuten lang online zu einem für Sie passenden Zeitpunkt von einem Mitarbeitenden des Projekts zu den alltäglichen Ereignissen Ihres Lebens interviewt. Parallel hierzu nimmt Ihr Rheumatologe Ihnen wöchentlich Blut zur Auswertung im Labor ab.

Bei Interesse unterzeichnen Sie bei Ihrem Rheumatologen/Ihrer Rheumatologin eine gesonderte Einverständniserklärung zur Kontaktaufnahme und werden dann von Mitarbeitenden der Medizinischen Universität Innsbruck umfassend über den Ablauf informiert.

Weitere Informationen zur integrativen Einzelfallstudie finden Sie in der Information für Patientinnen und Patienten für die Integrative Einzelfallstudie.

Um die Wirksamkeit des PETRA 2.0-Programms wissenschaftlich auswerten (evaluieren) und das Projekt organisatorisch durchführen zu können, werden verschiedene personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet. Diese sind:

  • Ihre Kontaktdaten und Krankenkassenzugehörigkeit, damit wir Ihre Teilnahme verwalten können und Rheumatologen und Psychotherapeuten ihre Leistungen abrechnen können
  • Ihre Laborwerte aus Blut- und Speichelanalysen
  • Ihre Antworten bei den Fragebögen, die Sie in Ihrer rheumatologischen Praxis und bei Ihrer Gruppenleitung der Kompetenztrainings ausfüllen
  • Routinedaten Ihrer Krankenkasse (reguläre Diagnose- und Abrechnungsdaten)
  • Ihre Kontoverbindung, wenn Sie die Aufwandsentschädigung anfordern möchten.

Bei den erhobenen und verarbeiteten Daten handelt es sich hauptsächlich um Gesundheitsdaten, zu deren Schutz wir uns nach Art. 4 Nr. 15 EU-DSGVO i. V. m. Art. 9 EU-DSGVO verpflichtet haben.

Ihre Daten werden nur insoweit zwischen den Projektpartnern weitergegeben, wie es für die Organisation und Auswertung der Studie unbedingt notwendig ist. Alle elektronisch verarbeiteten Daten werden verschlüsselt und auf gesichertem Weg übertragen. Ihre Gesundheitsdaten (Labor und Fragebögen) werden nur in pseudonymisierter Form zwischen den jeweils zuständigen Projektpartnern ausgetauscht. Pseudonymisiert bedeutet, dass keine Namen verwendet werden, sondern nur ein Zahlen- oder Buchstabencode. Ihre Daten werden dadurch so verschlüsselt, dass die Person, die die Daten auswertet, nicht weiß, wessen Daten sie auswertet.

Ihre Daten sind geschützt: Ihre Krankenkasse erhält keinen Zugriff auf die Ergebnisse Ihrer medizinischen Untersuchungen und Ihre Antworten auf den Fragebögen. Ihre Teilnahme an der Studie hat keinerlei Einfluss auf Ihre Krankenversicherung.

Die Rechtsgrundlage des Datenumgangs stellt die Einwilligungserklärung zum Modellvorhaben nach § 64 SGB V in Verbindung mit § 63 Abs. 1 SGB V dar. Diese wird von Ihnen vor der Teilnahme an dem Projekt PETRA 2.0 unterzeichnet. Sie werden dabei ausführlich über den Umfang der Datenerhebung, den Verwendungszweck sowie ihre Rechte und Pflichten (Widerruf, Mitwirkungspflichten, etc.) aufgeklärt. Siehe hierzu auch den Teil II der Information für Patientinnen und Patienten.

Uns ist es ein wichtiges Anliegen, auch während der Corona-Pandemie die Kompetenztrainings in Präsenz durchführen zu können. Dafür müssen wir uns an die Zugangsregeln nach der jeweils aktuellen Fassung der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BaylfSMV) halten.

Zusätzlich bitten wir alle teilnehmenden Personen, einen Selbsttest unmittelbar vor jedem Kompetenztraining durchzuführen. Uns ist die Sicherheit der teilnehmenden Patienten das wichtigste Anliegen und wir halten einen Eingangstest für die beste Sicherheitsmaßnahme. Geeignete Selbsttests (mit ausreichender Sensitivität auch für die Variante Omikron) werden vom Projekt zur Verfügung gestellt und die Gruppenleitung achtet auf die Durchführung.

Die aktuell bei PETRA 2.0 geltenden Zugangsregeln zu den Kompetenztrainings finden Sie hier.

Ansprechpersonen für Patienten und Patientinnen sind

bei Fragen zu Einschreibung und Teilnahme:

für BKK-Versicherte:
Frau Ettl, BKK Landesverband Bayern, Tel. 089/74579166
Frau Bentele, BKK Landesverband Bayern, Tel. 089/74579155
oder E-Mail: petra@bkk-lv-bayern.de

für AOK Bayern-Versicherte:
Tel. 089/22844050 (24 Stunden, 7 Tage die Woche) oder in einer der über 250 Geschäftsstellen der AOK Bayern

bei Fragen zum Studienablauf:

Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten Bayern und Berufsverband der Rheumatologen Service GmbH unter info@projektpetra.de