Gesund werden

Folgende Themen und Informationen haben wir für Sie zusammengestellt:

 

Wir alle kennen die Aussprüche, wie etwas „schlägt auf den Magen“, „bricht mir das Herz“ oder „verursacht einen dicken Hals.“ Hinter den offensichtlichen Magen-, Herz- oder Halsbeschwerden stecken oft tiefergreifende Ursachen. Denn negative, also belastende Stressoren, schlagen nicht nur auf unsere Psyche, sondern über kurz oder lang auch auf unseren Körper. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen wird der Zusammenhang von Stress und Krankheit deutlich, den der junge Wissenschaftszweig der Psychoneuroimmunologie (PNI) aufzeigt. Die Betriebskrankenkassen suchen in Bayern von Rheuma Betroffene, die sich an einem Modellprojekt beteiligen möchten.

Trotz enormer Fortschritte in der Medizin ist viel Wissen über den Zusammenhang von Körper und Psyche im Medizinalltag verloren gegangen. Mit dem Forschungszweig der PNI wird diese Wechselbeziehung aufgegriffen und im Sinne einer Neuausrichtung der Medizin beleuchtet. Wir wissen heute, dass das Einwirken von Stressoren auf die Psyche zu immunologischen Veränderungen führt und umgekehrt immunologische Veränderungen, beispielsweise chronische Entzündungen, auf die Psyche einwirken. Die Erforschung dieser bio-psycho-sozialen Interaktionen ist neuartig und wird auf längere Sicht auch die Gesundheitsversorgung in Deutschland revolutionieren, sind die Betriebskrankenkassen überzeugt. So kann der einzelne Mensch ursächlich viel mehr für seine Gesundheit tun, als ihm selbst und auch vielen Ärzten derzeit bekannt ist.

Die Erkenntnisse der PNI müssen aber auch in den Arztpraxen ankommen. Die Betriebskrankenkassen unterstützen in Bayern deshalb aktuell ein Modellvorhaben, das eine Brücke von den psychoneuroimmunologischen Erkenntnissen in den Versorgungsalltag schlagen soll. Am Beispiel von chronisch kranken Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis gilt es zu untersuchen, wie man mit einem Selbstmanagementprogramm Gesundheitskompetenz fördern kann, sich der Umgang mit Stress verbessern lässt und sich somit die Krankheitssymptome lindern lassen.

Die Studienteilnehmer sollen lernen, ihre emotionalen und sozialen Problemlöse- und Selbstkompetenzen zu stärken. Denn bestimmte Gefühle können eine konstruktive Krankheitsbewältigung behindern. Die Teilnehmer des Modellvorhabens erfahren, wie sie selbstbestimmt und gesundheitsfördernd ihre Gefühlswelt neu ausrichten können. Schließlich sollen chronischer Stress und daraus resultierende chronische Entzündungsprozesse im Körper sowie Krankheitssymptome verringert und günstigere Krankheitsverläufe gefördert werden. Das Modellvorhaben wird wissenschaftlich von Rheumatologen, Psychotherapeuten und anderen Experten begleitet und aus Mitteln des bundesweiten Innovationsfonds getragen (Projekt PETRA,Förderkennzeichen 01NVF17045).

Leiden Sie unter Rheumatoider Arthritis und haben Sie Interesse an dem Modellvorhaben? Dann sprechen Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin an.

Apropos: Viele Anregungen zu Selbstheilungskräften und zum Verständnis der PNI sind nachzulesen auf www.bkk-starkundpositiv.de 

PETRA beruht auf den Erkenntnissen der Psychoneuroimmunologie (PNI), einem jungen Zweig der modernen Medizin. Dabei wird der Einfluss psychischer Faktoren auf das Immunsystem und die körperliche Gesundheit untersucht. Im Volksmund ist dies längst bekannt: So, wie einem „etwas schwer im Magen liegen“ oder auch „ein Stein vom Herzen fallen“ kann, haben vielleicht auch Sie bemerkt, dass sich Ihr körperliches Befinden verbessert, wenn es Ihnen seelisch gut geht oder Sie etwas Schönes erlebt haben.  Es ist mittlerweile unumstritten, dass psychische Prozesse körperliche Prozesse auslösen und umgekehrt. Und genau auf diese enge Verbindung der beiden Ebenen richtet das Projekt seine Aufmerksamkeit. Dass Beschwerden wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bzw. Schwindel und Bluthochdruck immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen Alltags(er)leben des Betroffenen gesehen werden wollen, ist das Anliegen des Programms PETRA.

Was wir erreichen wollen

Das Projekt PETRA richtet sich an Menschen mit rheumatoider Arthritis sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Bayern, die bei einer teilnehmenden BKK versichert sind.

Ziel des Projektes ist es, Ihnen neben der medizinischen Versorgung eine Möglichkeit anzubieten, über ein Selbstmanagementprogramm Ihre Gesundheits- und Lebenskompetenz zu fördern und damit Ihren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. PETRA geht davon aus, dass es eine Verbindung gibt zwischen einer körperlichen Erkrankung und dem Menschen, der von ihr betroffen ist – und zwar in seiner ganz persönlichen Lebenssituation. Mit Hilfe von Experten aus den Bereichen Medizin und Psychologie wurde deshalb ein Gruppenprogramm entwickelt. Es soll zeigen, dass neben Medikamenten oder verschiedenen Therapieverfahren auch ganz persönliche Faktoren auf den Verlauf einer Krankheit einwirken.

Das Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (Förderkennzeichen 01NVF17045) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Ziel ist, neue Angebot in die Regelversorgung zu überführen und damit allen betroffenen Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu stellen, sofern die Ergebnisse im Rahmen des Projekts positiv sind. Aus diesem Grund wird PETRA auch begleitend wissenschaftlich bewertet. Die Untersuchung hat das Ziel, das PETRA-Projekt im Hinblick auf das körperliche und psychische Befinden der Patienten zu bewerten. Eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse soll darüber hinaus zeigen, ob durch die Teilnahme am Selbstmanagementprogramm insgesamt die Versorgung und die Gesundheit von Menschen mit chronischen Erkrankungen verbessert werden kann. Ihre Teilnahme am Programm dient also Ihrer eigenen Gesundheit und trägt dazu bei, auch künftig bessere Hilfestellungen für andere Patientinnen und Patienten zu leisten.

Wer ist für das Projekt PETRA verantwortlich?

Die Studie wird von der Privaten Universität Witten/Herdecke gGmbH in Kooperation mit der Universität Regensburg, der Medizinischen Universität Innsbruck, dem Institut für Angewandte Statistik, dem Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V., dem Berufsverband der Präventologen e.V., dem Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V., Landesverband Bayern, dem DPtV Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung e.V., Landesgruppe Bayern, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und dem BKK Landesverband Bayern durchgeführt.

Kooperationspartner sind der Bayerische Hausärzteverband und die Deutsche Rheuma-Liga Landesverband Bayern e.V.

Wenn Sie Ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben, bei einer der teilnehmenden Betriebskrankenkassen versichert sind, Ihr Rheumatologe oder Ihre Hausärztin in einer der bayerischen Modellregionen tätig ist und Sie die untenstehenden Einschlusskriterien erfüllen, können Sie am Projekt PETRA teilnehmen. Bitte sprechen Sie dafür Ihren behandelnden Rheumatologen oder Hausarzt an. Als Patient mit rheumatoider Arthritis erhalten Sie von Ihrem Rheumatologen dann eine Patienteninformation für Versicherte mit rheumatoider Arthritis und zwei Exemplare einer Einwilligungserklärung sowie Informationen über den weiteren Ablauf. Als Patient mit Herz-Kreislauf-Erkrankung erhalten Sie von Ihrem Hausarzt eine spezielle Patienteninformation für Versicherte mit Herz-Kreislauf-Erkrankung sowie zwei Exemplare einer Einwilligungserklärung.

Teilnahmevoraussetzungen für Patienten mit rheumatoider Arthritis:

  • Gesicherte Diagnose einer seropositiven rheumatoiden Arthritis (ICD10 M05)
    in den letzten 10 Jahren
  • KEINE aktuelle Therapie mit Biologika oder JAK-Inhibitoren
  • KEINE Fibromyalgie (ICD10 M79.7)
  • Versichert bei einer der teilnehmenden Betriebskrankenkassen (BKK)

Teilnahmevoraussetzungen für Patienten mit chronischer Herz-Kreislauf-Erkrankung:

 Welche Betriebskrankenkassen nehmen am Projekt PETRA teil?

Welche Betriebskrankenkassen ihren Versicherten die Teilnahme an dem Projekt PETRA anbieten, können Sie der Liste der Betriebskrankenkassen entnehmen.

Modellregionen:

In folgenden Modellregionen finden die Gruppensitzungen des Selbstmanagementprogramms statt:

1.         Stadtkreis (SK) und Landkreis (LK) München;

2.         SK Erlangen, SK Nürnberg und LK Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim;

3.         SK Regensburg;

4.         SK Ingolstadt;

5.         LK Rosenheim;

6.         LK Traunstein und LK Altötting;

7.         LK Deggendorf und LK Regen;

8.         SK und LK Augsburg;

9.         SK Würzburg;

10.       SK Coburg und LK Lichtenfels;

11.       SK Aschaffenburg;

12.       LK Bad Tölz;

13.       LK FFB und Starnberg;

14.       LK Aichach-Friedberg und LK Neuburg-Schrobenhausen;

15.       SK Amberg

Essstörungen sind schwerwiegende psychosomatische Erkrankungen und erfordern eine professionelle Behandlung.

Die Betriebskrankenkassen in Bayern stellen ihren Patienten einen so genannten Case Manager als professionellen Ansprechpartner zur Seite. Er motiviert und berät den Patienten, koordiniert die verschiedenen Behandlungen, organisiert Termine und steht in Notsituationen zur Seite. Vertragspartner der Betriebskrankenkassen in Bayern ist das Therapienetz Essstörung. 

Nähere Informationen zum Therapienetz Essstörung erhalten Sie auf www.therapienetz-essstoerung.de

Mit dem BKK-Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung erhalten Sie eine besonders qualifizierte Versorgung bei Ihrem Hausarzt. Die daran beteiligten Hausärzte halten in ihren Praxen eine umfangreiche apparative Ausstattung für alle wichtigen Untersuchungen vor und sind in allen wichtigen hausärztlichen Themengebieten fortgebildet. Vor allem Patienten, die eine intensive ärztliche Betreuung benötigen oder regelmäßig Termine bei ihrem Hausarzt sowie bei Fachärzten wahrnehmen müssen, sind in der Hausarztzentrierten Versorgung gut aufgehoben.

Der Hausarzt als Lotse und erste Anlaufstelle

Beim BKK Hausarztprogramm übernimmt der Hausarzt eine Lotsenfunktion, d. h. er koordiniert und steuert Ihre gesamte Behandlung. So kann er sämtliche Untersuchungen und Therapiepläne von Fachärzten und Krankenhäusern, die in Ihre Behandlung einbezogen werden, im Überblick behalten und Sie optimal beraten. Sie erhalten dadurch genau die Behandlung, die Sie benötigen.

Das Überweisungsgebot ist ein wesentlicher Bestandteil der Hausarztzentrierten Versorgung. Mit der Einschreibung verpflichten Sie sich, immer zuerst den von Ihnen gewählten Hausarzt oder die Hausärztin aufzusuchen (ausgenommen Besuche bei Frauen-, Kinder- und Augenärzten sowie Notfälle).

Die Teilnahme an der Hausarztzentrierten Versorgung ist freiwillig.

Ihre Vorteile auf einen Blick

Qualitätsgesicherte hausärztliche Versorgung durch Ihren Hausarzt, der besondere Fortbildungspflichten erfüllt und bestimmte technische Standards vorhält.

  • Behandlung nach medizinischen Leitlinien auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand
  • Koordinierung des gesamten Behandlungsablaufs zwischen allen beteiligten Ärzten und Therapeuten durch Ihren Hausarzt
  • Guter Informationsaustausch optimiert Ihre Versorgung, z.B. durch Sammlung, Dokumentation und Übermittlung aller für die Diagnostik und Therapie relevanten vorliegenden Befunde im Rahmen von Überweisungen an den Facharzt sowie vor und nach stationären Einweisungen und bei Hilfsmitteln
  • Sprechstunden täglich von Montag bis Freitag mit Ausnahme gesetzlicher Feiertage
  • zusätzlich: Angebot einer wöchentlichen Termin-Sprechstunde für Berufstätige ab 7:00 Uhr oder bis mindestens 20:00 Uhr oder einer Samstags-Terminsprechstunde pro Woche
  • Begrenzung der Wartezeit auf möglichst maximal 30 Minuten bei vorheriger Anmeldung.

Alles zur Programmeinschreibung

So einfach geht‘s: Die Teilnahme an der Hausarztzentrierten Versorgung ist kostenlos und freiwillig. Die Teilnahmeerklärung zum Programm können Sie direkt bei einem an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmenden Hausarzt, den Sie selbst wählen, unterzeichnen. Wenn alle Voraussetzungen zur Teilnahme vorliegen, nimmt Ihre Krankenkasse die Einschreibung vor. Mit Ihrer Einschreibung verpflichten Sie sich, mindestens 12 Monate an der Hausarztzentrierten Versorgung teilzunehmen und Fachärzte nur noch mit einem Überweisungsschein Ihres Hausarztes aufzusuchen.

Bei der Cyberknife-Technik handelt es sich um einen radiochirurgischen Eingriff, der im Gegensatz zur üblichen Radiotherapie mit einer hohen Strahlendosis arbeitet, die mit Hilfe von Präzisionsrobotik und einem neuen Bildortungssystem hochgenau auf den Tumor gelenkt wird. Vor allem Tumoren in operativ schwer zugänglichen Körperregionen, wie Gehirn, Rückenmark oder Wirbelsäule, können mit dem Verfahren der Cyberknife-Technik wirksam behandelt werden. Vertragspartner der Betriebskrankenkassen in Bayern ist das Europäische Cyberknife Zentrum München-Großhadern.

Nähere Informationen erhalten Sie unter www.cyber-knife.net

Unter Chronikerprogrammen versteht man spezielle Behandlungsprogramme für Patienten mit chronischen Erkrankungen, die eine kontinuierliche medizinische Betreuung benötigen. Der Fachbegriff hierfür lautet Disease-Management-Programme (DMP). 

Zu den Krankheitsbildern zählen:

  • Diabetes Typ 1
  • Diabetes Typ 2
  • Koronare Herzerkrankung
  • Brustkrebs
  • Asthma und COPD

Für alle Chronikerprogramme der Betriebskrankenkassen gilt die Markenbezeichnung BKK MedPlus. Alle Programme basieren auf wissenschaftlichen Behandlungsempfehlungen, die sich auf dem aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisstand befinden. Die Patienten erhalten eine qualitätsgesicherte medizinische Versorgung nach einheitlichen Leitlinien.

Die Chronikerprogramme sorgen außerdem für eine bessere Koordination medizinischer Handlungsabläufe zwischen Ärzten und medizinischen Einrichtungen. Für chronisch kranke Patienten/Patientinnen, die eine regelmäßige medizinische Betreuung benötigen, ist das be-sonders wichtig, denn unnötige Therapien oder Doppeluntersuchungen bleiben Ihnen dadurch erspart. Darüber hinaus bietet das neue Behandlungsprogramm noch eine ganze Reihe zusätzlicher Vorteile für Patient/in und Arzt.

Mit dem BKK-Vertrag zur Verbesserung der haus- und fachärztlichen Versorgung sowie zur Steigerung der Gesundheitskompetenz erhalten Sie bei den Erkrankungsbildern COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und KHK (Koronare Herzkrankheit) eine qualifizierte Versorgung durch Haus- und/oder Fachärzte. Diese Krankheiten sind für die Betroffenen oftmals mit großen persönlichen Einschränkungen und Veränderungen im Alltag verbunden. Gleichzeitig sind ggf. Änderungen im bisherigen individuellen Lebensstil notwendig, um den Umgang bzw. ein Leben mit diesen Erkrankungen zu erlernen. 

Vorrang für die sprechende Medizin

Ihre Betriebskrankenkasse hat dies erkannt und bietet nun ein zusätzliches Plus an Sicherheit und Versorgung im Rahmen des kostenfreien Programmes BKK VersorgungPlus. Der Haus-und/oder Facharzt übernimmt dabei eine Lotsenfunktion und steht Ihnen bei der krankheitsbedingten Anpassung Ihres Lebensstils helfend zur Seite. 

Das Programm besteht aus folgenden Inhalten:

  • Zusätzliche qualifizierte Gesprächsangebote mit Ihrem betreuenden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin mit dem Ziel, durch eine strukturierte  Beurteilung Ihrer individuellen Krankheitssituation und Ihrer persönlichen Wünsche einen besseren Umgang mit der Erkrankung für den Alltag zu ermöglichen.
  • Ihr Arzt/Ihre Ärztin entwickelt mit Ihnen gemeinsam geeignete Ziele zur Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes.
  • Hierauf aufbauend plant der betreuende Arzt/die betreuende Ärztin gemeinsam mit Ihnen zusätzliche gesundheitsfördernde Maßnahmen und vermittelt Angebote, welche Sie im Alltag bei der Krankheitsbewältigung und bei der Aufrechterhaltung von Wohlbefinden und Lebensqualität unterstützen sollen. 
  • In den Folgeterminen besprechen Sie die Erfahrungen, Fortschritte oder Schwierigkeiten bei der Erreichung der vereinbarten Ziele.